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Uzzi Förster

Biographie

geboren: 02.03.1930 in: Wien verstorben: 22.06.1995
 

Uzzi Förster (* 2. März 1930 als Ulrich Christoph Ludwig von Förster in Wien; † 22. Juni 1995 ebendort), der Bruder des Physikers Heinz von Foerster war ein vom Dadaismus inspirierter Jazzmusiker in Wien. Das Multitalent war auch Meister im Eisschnelllauf, Akrobat, Schweißer, Wirt, Antiquitätenhändler, Maler und Aktionist.

Seine musikalische Ausbildung begann Förster im Alter von sieben Jahren mit Klavier und Blockflöte, Klarinette und Saxophon. Der "schwierige" Schüler besuchte zwischen 1941 und 1946 einige Gymnasien in Wien und weigerte sich der Hitlerjugend beizutreten. Er tauchte in den letzten Kriegsmonaten in Deutschland unter und versteckte sich gegen Kriegsende in einem Keller in Wien.

An der Wiener Musikakademie begann er 1947 zu studieren. Als Klarinettist gründete er seine erste Jazzband. Es folgten mehrere Engagements für Wien-Film sowie wöchentliche Auftritte im Keller der "Kärntner Bar", dem "Strohkoffer", auch "Artclub" genannt. 1948 spielte er seine ersten Schallplattenaufnahmen (Body and Soul, How High the Moon) mit einem Quintett für Viennaphon ein; sicher die erste Aufnahme im Bebop-Stil in Österreich. Im Folgejahr leitete er eine Combo mit Alexander Jenner, Hans Koller und Roland Kovac.

Nach einem Studienaufenthalt an der University of Illinois etablierte er sich ab dem Jahr 1953 als freischaffender Künstler mit Auftritten im deutschen Sprachraum; er spielte mit Lionel Hampton, dem Modern Jazz Quartet und Ella Fitzgerald, Fatty George, Bill Grah, Oscar Klein, Willy Meerwald, Joe Zawinul und Friedrich Gulda. Förster wirkte stilistisch prägend auf viele Jazzmusiker. 1955 pachtete er das Lokal Domino in der Wiener Krugerstraße, in dem er regelmäßig auftrat. 1964 übersiedelte er in den Keller des Chattanooga am Graben in Wien, mit dem er vorübergehend den Sammelpunkt der Wiener Aktionismusszene bildete. 1968 bekam er von der Stadt Wien einen Auftrag zur musikalischen Untermalung der Eröffnung der Fußgängerzone Kärntner Straße / Graben.

1969 kam es zur Aufnahme von Infant Sound. Auf dieser LP wurden alle Instrumente (Gesang, Klavier, Saxophon, Schlagzeug, Baß, Bongos und Flöte) von ihm selbst gespielt und anschließend zusammenkopiert. 1970 folgte die zweite Langspielplatte Udrilitten in der gleichen Technik (an der jedoch Albert Mair und Fritz Ocmec mitwirkten) und 1971 Es ist ein gutes Land (mit Helmut Qualtinger, der satirische Texte von Peter Turrini las). Nach Auftritten im Rahmen der Wiener Festwochen und Projekten mit Wolfgang Ambros, Peter Turrini und Dolores Schmidinger gründete er 1977 das Jazz-Cafe Einhorn in der Joanelligasse im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf.

Am 10. Oktober 1979 gab das Wiener Original Uzzi Förster sein letztes großes Konzert im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses mit Kirk Lightsey und Joe Nay. 1984 folgte das Aus der musikalischen Karriere. 1989 zwang ihn eine Leberzirrhose zum Rückzug aus seinem gastronomischen Betrieb. Er wurde 1992 mit dem Silbernen Ehrenzeichen der Stadt Wien ausgezeichnet. Drei Jahre später starb er in Wien. Seine Urne befindet sich im als ehrenhalber gewidmetes Grab klassifizierten Mausoleum des Baumeisters Mathias Wisgrill (eines Verwandten der Familie Foerster) auf dem Gelände des Grinzinger Friedhofs in Wien.

Im Jahr 2002 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) der Uzzi-Förster-Weg nach ihm benannt.

 

(Wikipedia)


 

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