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Franz Rieger

Biographie

geboren: 23.01.1923
verstorben: 11.06.2005
 

Franz Rieger - einer der "bescheidenen" und "stillen" Schriftsteller Oberösterreichs - ist im Alter von 82 Jahren am vergangenen Samstag gestorben. Das Begräbnis ist für kommenden Freitag geplant. Rieger war Träger zahlreicher Auszeichnungen, u. a. hat er den Großen OÖ Landeskulturpreis, den Adalbert-Stifter-Preis und den Heinrich-Gleißner-Preis erhalten.

Der gelernte Finanzbeamte und spätere Bibliothekar erlangte vor allem mit dem Roman "Schattenschweigen oder Hartheim" - einer subtilen Auseinandersetzung mit der NS-Vernichtungsstätte Schloss Hartheim bei Eferding - überregionale Anerkennung.

Franz Rieger wurde am 23. Jänner 1923 in Riedau als Sohn eines Lehrers geboren. Er trat in den Finanzdienst ein, wurde 1941 zur deutschen Wehrmacht eingezogen und kehrte 1946 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Er arbeitete erneut in der Finanzverwaltung, ehe er 1955 Bibliothekar wurde.

Schon in den 60er und 70er Jahren veröffentlichte Franz Rieger Erzählungen, Hörspiele und Lyrik, unter anderem die Romane "Paß" und "Die Landauer". Das Fremde, die "Verstörungen" des Menschen vor allem auch in Dörfern und ländlichen Gebieten sowie geschichtliche Ereignisse waren Stoffe für Riegers literarisches Schaffen.

"Schattenschweigen oder Hartheim" kam 1985 heraus. Grundlage für den Roman sind die überlieferten Aufzeichnungen des Pfarrers von Hartheim und dessen Gewissenskonflikte angesichts der Gräueltaten im "Euthanasie-Schloss". Riegers Roman gilt heute als eine der wichtigsten literarischen Auseinandersetzungen mit der "Mordstätte" in Hartheim, wo in der Zeit von 1939 bis 1944 zigtausende Menschen - Alte, Kranke, Behinderte und auch Strafgefangene - von den Nazis umgebracht wurden. Zuletzt veröffentlichte er sein Amerika-Tagebuch, in dem er seine Erlebnisse als Kriegsgefangener in den USA schilderte.
(Salzburger Nachrichten, 14. Juni 2005)


 

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