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Ingeborg Teuffenbach

Biographie

geboren: 01.10.1914 in: Wolfsberg verstorben: 16.09.1992
 

ein Nachwort von Krista Hauser zu Ingeborg Teuffenbachs "Positionen. Gedichte." (Innsbruck: Haymon 1993)

Wenn jemand gestorben ist, ist meist alles verziehen. Daher gibt es bei verstorbenen Dichtern immer nur Gutes zu berichten. Auch Ingeborg Teuffenbachs Nachlaß-Band Positionen ist eine Ansammlung gütiger und gütigster Dinge.

Was nun die Gedichte betrifft, fällt auf, daß es wenig sind, dafür aber recht brauchbare. Der erste Test, der sogenannte Vogeltest, fällt positiv aus. Bekanntlich muß in jeder gültigen Gedichtesammlung ein Vogel vorkommen, sonst sind die Gedichte ungültig. Der zweite Test, möglichst neue Wörter aufzuspüren, mit denen ein Alltagssubstrat zum Gedicht verschönt wird, gelingt ebenfalls: schneeige ente (24), beidschenklich (32). Bei den Gedichten der Teuffenbach handelt es sich also um Gedichte.

Die Gedichte sind nun an folgenden Schnüren aufgefädelt: korrektur, positionen, wendekreis des krebses, der ort/die handlung und im infinitiv.

Sagen wir so: Der große lyrische Niederwurf ist das alles sicher nicht, wenn man die Texte an den lyrischen Gegenwartslatten eines Kling oder Waterhouse messen möchte. Aber die Gedichte sind durchaus professionell und geduldig zusammengebastelt. Mit dem Wort Seinsgeflecht etwa kann man allerhand meinen und beim Leser Nachdenklichkeit auslösen, aber es bleibt eben doch bloß ein schönes Wort. Und wenn sich dann ein schöns Wort zum andern reiht, dann entsteht halt manchmal ein schönes Gedicht.

Ingeborg Teuffenbach, geb. 1914 in Wolfsberg, starb 1992 in Innsbruck. (08/11/93)


 

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