MITGLIEDER

Text von:
Wolfgang Eibl

dunkel der geruch

dunkel der geruch von welkenden blumen
flüsterndes grollen
wenn schmetterlinge sich zu tode flattern
hochgemutete bitterkeit
dunkle worte nebenan
vivaldi bach händel
nasse finsternis
 

schattenseite eines wunsches
berühr mich
sekunde für sekunde
als glasiger staub
an die verborgene stimme gebunden
der kuss als signal
geheimer bilder
 

eine heilige
auf der flucht
wachgerüttelt von zärtlichkeit
im fahlen winterlicht
vor unsichtbarkeit und ichverlust
macht reinen tisch
in einem zimmer mit goldenen wänden
 

wolken inniger gebete
ganz nah beieinander
urbilder der wesen
im gewitterlicht
gelblich bestäubt
zwei gleiche vögel
sichtlich entzückt
 

lange schwarze schiffe
zwischen grellem licht und tiefer finsternis
die konturen ihres körpers
sich überlagernd
verstärkend oder auslöschend
das kind auf ihrem schoß
mit der waffe in der hand
 

gelbleuchtende scheiben
durchwirkt mit weissen ornamenten
und rosen und vergissmeinnicht
hauch ewiger fülle
an grünen halmen
das festliche der stunde
kam uns entgegen
 

(aus "the budapest poems")