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VERSTORBENE MITGLIEDER

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Fritz Herrmann

Biographie

geboren: 30.11.1922 in: Wien verstorben: 09.11.2003
 

Es gehörte zum Charakter des 1922 in Wien geborenen Fritz Herrmann, den Finger auf wunde Punkte im System zu legen. Als Student der Germanistik - er dissertierte über Jura Soyfer - war er ab 1946 verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift „strom“, dem Zentralorgan des Verbandes Sozialistischer Studenten Österreichs. Als solcher unterzeichnete er am Parteitag der SPÖ 1947 jene (...) „Resolution der 44“, in der von der Partei eine konsequente Klassenpolitik gefordert wurde. Und mit Erwin Scharf gehörte er nach dessen Parteiausschluss zu den Gründungsmitgliedern der Linkssozialisten, die 1949 ein Wahlbündnis mit der KPÖ ein- und später in ihr aufgingen. Fritz Herrmann arbeitete weiter als Journalist und gründete 1957 die Zeitung „Wiener Wochenblatt“. Als Fred Sinowatz in den 70er Jahren das Amt eines Ministers für Unterricht und Kultur übernahm, wurde Fritz Herrmann dessen kulturpolitischer Berater - und sorgte 1977 für einen Skandal, als sein Gedicht "Trara Trara die Hochkultur" in der Zeitschrift „Neues Forum“ erschien. Verse wie "Es scheißt der Herr von Karajan/ bei jedem falschen Ton sich an/ und wascht sein Arsch im Goldlawur/ - anal sein g“hört zur Hochkultur" kosteten ihn seinen Job. (...) Bereits 1970 war seine Tragikomödie "Die stummen Affen" erschienen, 1976 brachte der ORF sein Fernsehspiel "Bakunins Sterbetag - Ein anarchistisches Traktat". Und es waren in der Folge auch vorwiegend Stücke und Hörspiele, die er schrieb. "Die Evolution der Vögel", "Erhebung einer Prostituierten in den Sternenhimmel", Talpa", "Todesstrafe untertänigst - Ein Fall aus Goethes amtlichen Schriften" wurden vom ORF und in Deutschland gesendet. In Buchform erschienen seit 1993 die Stücke "Bakunin", "Hundsguerilla", "Radetzky - Ein Heldenstück" sowie "Ulrike - Szenen für einen männlichen Darsteller" (Ein Stück über Ulrike Meinhof).
(Helmut Rizy)


 

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