MITTEILUNGEN

Schreiben der GAV bzgl. Einstellung der Basissubvention für otko.tv

An Bürgermeister Michael Ludwig und Finanzstadtrat Peter Hanke

Sehr geehrter Herr Dr. Ludwig, sehr geehrter Herr KommR Hanke!

Mit Erschrecken erfahren wir, dass okto.tv, der größte partizipative Fernsehkanal, der seit 2005 sendet, nun durch eine Einstellung der Basissubvention vor dem Aus steht. Wir können nicht nachvollziehen, dass gerade in Zeiten, wo Medienfreiheit sich als wichtiges Standbein demokratischer Prozesse erweist und redaktionelle Medien durch soziale Plattformen in die Krise geraten, ausgerechnet eine sozialdemokratische Stadtregierung die Förderungen für ein so wichtiges Medienprojekt kürzt, das nicht der Profitgier und der Sensationslust folgt, sondern die Möglichkeit zur kritischen Auseinandersetzung bietet – ob im politischen, sozialen oder künstlerischen Feld.. okto.tv, hat durch seine niederschwelligen und kommunikativen Zugang Diskussionsprozesse in Gang gesetzt und als Medium mit Bürger:innenbeteiligung verschiedensten Bevölkerungsgruppen Platz im öffentlichen Raum geboten: Beides ist ein Beitrag nicht nur zur Medienfreiheit sondern auch zum Erlernen von Medienkompetenz und generell zur Beteiligung an gesellschaftlichen Diskussions- und Gestaltungsprozessen.

Auch für uns Schriftstellerinnen und Schriftsteller hat okto.tv, Bedeutung, sind wir doch immer daran interessiert, Leser und Leserinnen zu erreichen, gerade auch jenseits etablierter Strukturen. Die Vielfältigkeit der österreichischen Literaturproduktionen sollte sichtbar und hörbar sein und bleiben.

Das Erlernen von Medienkompetenz ist aus unserer Sicht für alle Altersgruppen notwendig. Ebenso halten wir es für notwendig, diese verschiedenen Gruppen in Kontakt zu bringen bzw. diesen Kontakt zu erweitern, gerade in diesen Tagen, wo die gemeinsamen Interessen von Alt und Jung äußerst bedeutsam sind.

"Learning by doing", nämlich durch Arbeit in einem Medium das Verständnis von Funktion und Wirkung zu beobachten, ist aus unserer Sicht ein sinnvoller Weg.

Mit der dringenden Bitte, diese Entscheidung zurückzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ilse Kilic (Präsidentin der GAV)
Patricia Brooks, Jörg Piringer, Doron Rabinovici (für den Vorstand der GAV)
jopa jotakin (Geschäftsführung GAV)
(29.04.2022)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Hermann Nitsch,

Gründungsmitglied der GAV, der am 18. April 2022 im 84. Lebensjahr verstorben ist.

Nachruf von Michael Freund auf derstandard.at
(19.04.2022)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Josef Bauer,

Gründungsmitglied der GAV, der am 02. März 2022 im 89. Lebensjahr verstorben ist.
(03.04.2022)

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Für Frieden, Freiheit, Menschen- und Völkerrechte
– Gemeinsame Erklärung österreichischer Autor:innen, Übersetzer:innen, Literaturveranstalter:innen und Verleger:innen

Es herrscht Krieg. Ein Krieg wie ihn Europa seit 1945 nicht mehr gesehen hat. Alleinverantwortlich für diesen Krieg ist der Präsident Russlands, Wladimir Putin. Das Völkerrecht interessiert ihn nicht, er führt einen völkerrechtlich verbotenen Angriffskrieg.

Wem immer sich Putin in der Vergangenheit als verlässlicher Handels- und Gesprächspartner erwiesen haben sollte, das ist Geschichte. Der Putin von heute spekuliert sogar mit dem Einsatz von Atomwaffen, um seine Machtansprüche durchzusetzen.

Wir können nicht darauf warten, bis unsere Kolleginnen und Kollegen der russischen Aggression zum Opfer fallen, entweder sofort oder in weiterer Folge. Wir müssen jetzt etwas dagegen tun. Wir müssen jetzt unsere Stimmen dagegen erheben. Wir müssen jetzt von unserer Regierung und den Regierungen Europas verlangen, umzudenken, in der Wirtschaftspolitik, in der Flüchtlingspolitik. Pro forma-Verurteilungen genügen nicht, es müssen schnelle und wirksame Maßnahmen wie der Ausschluss aus SWIFT gesetzt werden, die aus der Sackgasse der bestehenden Vereinbarungen mit dem von Putin diktatorisch regierten Russland herausführen.

Wir bewundern den Mut unserer russischen Kolleginnen und Kollegen, die sich innerhalb Russlands gegen den Krieg von Putin aussprechen. Wir dürfen nicht weniger mutig sein als sie. Wir riskieren nicht, in russischen Gefängnissen und Strafgefangenlagern zu verschwinden.

Wir dürfen nicht zulassen, dass die Propaganda Putins auch nur einen Zipfel an Restglaubwürdigkeit für diesen Angriffskrieg behält. Wir bitten alle unsere Kolleginnen und Kollegen, die sich mit der Echtheit von Dokumenten beschäftigen, die Fälschungen von Dokumenten der Kriegsinszenierung Putins weiter aufzudecken. Wir glauben, dass die vielmissbrauchten Kommunikationsmöglichkeiten im Netz zum ersten Mal in der Geschichte der letzten Jahre die Möglichkeit bieten, Kriegspropagandalügen umgehend zu entlarven und damit dem Krieg Putins gegen die Ukraine wirkungsvoll entgegenzutreten.

Wir erwarten von der österreichischen Regierung, dass sie ohne große Gesten das Selbstverständliche tut, sich in ihren Handels- und Gesprächsbeziehungen, solange Putin an der Macht ist, nachhaltig umzuorientieren.

Wir fordern jedes nur denkbare Engagement zur Erhaltung des Friedens und der Freiheit sowie zur Durchsetzung und Einlösung der Menschen- und der Völkerrechte.

Initiiert von der IG Autorinnen Autoren, unterstützt von der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und zahlreichen weiteren Verbänden und Einzelpersonen.
(27.02.2022)

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Offener Brief russischer Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten gegen den Krieg gegen die Ukraine.

Wir, russische Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten, protestieren nachdrücklich gegen die von den Streitkräften unseres Landes eingeleitete Militäraktion auf dem Gebiet der Ukraine. Dieser fatale Schritt führt zu enormen Verlusten an Menschenleben und untergräbt die Grundlagen des etablierten Systems der internationalen Sicherheit.

Die Verantwortung für die Entfesselung eines neuen Krieges in Europa liegt allein bei Russland. Es gibt keine vernünftige Rechtfertigung für diesen Krieg. Versuche, die Lage im Donbass als Vorwand für eine Militäroperation zu nutzen, sind nicht glaubwürdig. Es ist klar, dass die Ukraine keine Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes darstellt. Ein Krieg gegen sie ist ungerecht und offen gesagt sinnlos.

Die Ukraine war und ist ein Land, das uns nahe steht. Viele von uns haben Verwandte, Freunde und Kollegen in der Ukraine. Unsere Väter, Großväter und Urgroßväter haben gemeinsam gegen den Nationalsozialismus gekämpft. Die Entfesselung des Krieges für die geopolitischen Ambitionen der russischen Führung, getrieben von zweifelhaften geschichtspolitischen Phantasien, ist ein zynischer Verrat am ihrem Vermächtnis.

Wir respektieren die ukrainische Staatlichkeit, die sich auf funktionierende demokratische Institutionen stützt. Wir haben Verständnis für die proeuropäische Entscheidung unserer Nachbarn. Wir sind überzeugt, dass alle Probleme in den Beziehungen zwischen unseren Ländern friedlich gelöst werden können. Durch die Entfesselung des Krieges hat sich Russland selbst zur internationalen Isolation, zur Position eines Pariastaates verurteilt. Das bedeutet, dass wir Wissenschaftler nicht mehr in der Lage sein werden, unsere Arbeit richtig zu machen: Wissenschaftliche Forschung ist ohne eine umfassende Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Ländern nicht denkbar.

Die Isolierung Russlands von der Welt bedeutet eine weitere kulturelle und technologische Degradierung unseres Landes, die keine positiven Perspektiven bietet. Ein Krieg mit der Ukraine ist ein Schritt ins Nirgendwo. Wir sehen mit Bitterkeit, dass unser Land, das einen entscheidenden Beitrag zum Sieg über den Nationalsozialismus geleistet hat, nun zum Anstifter eines neuen Krieges auf dem europäischen Kontinent geworden ist. Wir fordern die sofortige Einstellung aller Militäraktionen gegen die Ukraine. Wir fordern die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität des ukrainischen Staates.

Wir fordern Frieden für unsere Länder.

Lassen Sie uns Wissenschaft betreiben, nicht Krieg!

Unterschriften kommen laufend herein.

Anmerkung:
Der offene Brief wurde am 24.2.2022 auf der Seite der vom Astrophysiker Boris Stern herausgegeben Zeitschrift trv-science.ru veröffentlicht und zu Beginn von 150 WissenschaftlerInnen unterstützt und gezeichnet. Inzwischen haben schon hunderte WissenschaftlerInnen den offenen Brief unterschrieben. Auf der Seite befindet sich auch eine aktualisierte Liste der UnterzeichnerInnen (in russischer Sprache):
https://trv-science.ru/2022/02/we-are-against-war/

Deutsche Übersetzung: http://theodorkramer.at/aktuell/offener-brief-russischer-wissenschaftler/
(27.02.2022)

 

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Kunst- und Kulturinitiative zur Unterstützung unserer ukrainischen Kolleg:innen und Freund:innen

Wir appellieren dringend, von allen weiteren militärischen Aktionen sofort Abstand zu nehmen.

Wir fühlen uns an die schlimmsten Zeiten des Kalten Kriegs erinnert, in denen Einflusssphären durch Einmärsche in Ostdeutschland, Ungarn und die Tschechische und Slowakische Republik gesichert wurden. Tote, Flucht und jahrzehntelange Unterdrückung waren die Folgen.

Es ist längst nicht mehr zu übersehen, dass es sich um keine russischen Militärübungen an den ukrainischen Grenzen handelt, sondern um einen Aufmarsch. Es ist eine nach außen gerichtete militärische Machtdemonstration, wie man sie lange zurückliegend in der Geschichte suchen muss. Selbst wenn es keine konkreteren Angriffs- oder Einmarschpläne geben sollte, so ist allein schon diese entlang der Grenzen ständig präsente militärische Drohkulisse Anlass genug, um sich die größten Sorgen über einen Krieg von Russland gegen die Ukraine zu machen.

Zu diesen Aufmarschplänen zählen die inzwischen auch wieder „aufgeflammten“ Kämpfe in der Ostukraine. Egal, wie die Eigendarstellungen Russlands aussehen könnten, dieser Krieg könnte nur ein Angriffskrieg gegen die Ukraine sein und die Besetzung eines souveränen Landes.

Die österreichische Kunst- und Kulturlandschaft ist ist eng mit jener in der Ukraine verknüpft. Von Lemberg über Odessa und Kiew bis nach Charkiw, ob Westukraine oder Osten, Hauptstadt oder Schwarzmeerküste, in den verschiedenen Kultursparten gibt es einen lebendigen Austausch. Österreichische Künstlerinnen und Künstler waren und sind in der Ukraine mit ihren Werken präsent, genauso wie umgekehrt das Schaffen ukrainischer Musiker:innen, Literat:innen, Tänzer:innen, Architekt:innen, Bildende Künstler:innen etc. hierzulande immer wieder präsentiert wird. Zahlreiche gebürtige Ukrainer:innen studieren an Österreichs Kunstschulen und nicht wenige wirken auch danach am kulturellen Geschehen in Österreich mit.

Wir fühlen uns daher verpflichtet, einen dringend Appell an Russland zu richten, mit seiner Ankündigung des Rückzugs seiner Truppen nach den Manövern ernst zu machen, anstatt ein sogar vom Präsident Putin selbst geleitetes Manöver mit noch  durchschlagskräftigerem Militärgerät anzukündigen und abzuhalten. Wir appellieren dringend zu einer Abrüstung der militärischen Zeichensetzungen. Wir appellieren dringend, nicht den ohnehin nur brüchig aufrecht erhaltenen Weltfrieden durch eine weitere und dieses Mal besonders bedrohliche militärische Eskalation aufs Spiel zu setzen.

Initiiert von Gerhard Ruiss und Anton Lederer, unterstützt von der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und zahlreichen weiteren Verbänden und Einzelpersonen.
(19.02.2022)

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Daniela Bartens über die Jahreslesungen der GAV Steiermark

MIT ALLEN SINNEN.

Wenn am Kaiser-Josef-Platz, marktschrei(b)erisch angepriesen von Günter Eichberger und musikalisch be-flügelt durch Dieter Glawischnig, statt mit Gemüse mit „Frischtext“ (sprach-)gehandelt wird, wenn das tiefe „dunkel“ im vollständig von allen Lichtquellen abgedichteten Grazer Literaturhaus „mit allen [text-]sinnen“ erhellt wird – was freilich nur ansatzweise gelingt, geht doch mit Textende immer wieder das Licht aus –, wenn bei einer „Verabschiedung“ in der Grazer Feuerhalle die GAV („1973-2016“) aktionistisch zu Grabe getragen wird, woraufhin deren steirische Mitglieder von Brunner bis Wanko nebst zahlreichen Adabeis aus dem Publikum – die Verfasserin inbegriffen – als „Hinterbliebene“ programmgemäß zum Leichenschmaus schreiten, und wenn schließlich 2021 in einem Grazer Kuhstall der Landwirtschaftsfachschule Grottenhof putzmunter-pandemiemüde die „Stallwärme“ beschworen und (kultur-)politisch hinterfragt wird, während hinter dem Lesepult Aug in Aug mit dem Publikum friedlich die Rindviecher ihren vorverdauten Nahrungsbrei wiederkäuen, dann handelt es sich um eine der Jahreslesungen der GAV Sektion Steiermark.

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(17.02.2022)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Friedrich Knilli,

der am 01. Feber 2022 im 92. Lebensjahr verstorben ist.
(10.02.2022)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Eugen Bartmer,

der Anfang Jänner 2022 im 84. Lebensjahr verstorben ist.
(03.01.2022)