MITTEILUNGEN

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Friederike Mayröcker,

die heute im 97. Lebensjahr verstorben ist und Gründungsmitglied der GAV war.

Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 17. Juni 2021 um 15 Uhr, in der Halle 2 auf dem Wiener Zentralfriedhof, statt.
Die Trauerfeier ist öffentlich.

Nachruf von Michael Wurmitzer im Standard
(04.06.2021)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung schließt sich, dem Aufruf Gegen Gewalt an Frauen an, der von der IG Autorinnen Autoren initiiert wurde.

Frauenmorde – Es geht uns alle an

Die in den ersten Reaktionen auf den neuerlichen Frauenmord aus Beziehungsgründen ins  Gespräch gebrachten Maßnahmen sind zu wenig, um die Ungeheuerlichkeit dieses Frauenmords und aller anderen Frauenmorde allgemein begreiflich zu machen und für die Zukunft zu verhindern. Sie sind zu wenig, um etwas gegen Gewalt an Frauen und Gewalt in der Familie wirksam und nachhaltig zu erreichen.

Es geht nicht um Ausnahmefälle und um Nachbesserungen an einem ansonsten gut funktionierenden System, es geht um eine gesamthaft andere als bisher übliche Herangehensweise. Das Thema ist weder dazu geeignet, es in die dafür zuständigen Ressorts abzuschieben, noch ist es eine Regierungsangelegenheit allein. Es ist schon gar nicht dazu geeignet, nach einer kurzen Betroffenheitsphase wieder zu einem Alltag zurückzukehren, in dem es nur eine Frage von Wochen ist, wann es einen nächsten solchen Mord gibt.

Die Einlösung folgender Forderungen ist für uns unerlässlich:

Wir fordern die klare Verurteilung der Gewalt an Frauen durch alle politischen Repräsentantinnen und Repräsentanten und Parteien, nicht nur durch die Zuständigen in den Parteien und in der Regierung. Sie ist nicht selbstverständlich, sondern notwendig.

Wir fordern eine großangelegte öffentliche Kampagne zur Thematisierung der Gewalt an Frauen. Diese Kampagne muss von allen Ministerien getragen werden.

Wir fordern die Einbindung der Länder, Städte und Gemeinden und der Sozialpartner, der AK, der WKÖ und des ÖGB in diese Kampagne.

Wir fordern die Bindung von Mitteln in der Parteienförderung und bei Wahlkampfkostenunterstützungen für Beteiligungen der politischen Parteien und in Wahlkämpfen an dieser Kampagne.

Wir fordern die massive Aufwertung und Unterstützung der Frauenhäuser.

Wir fordern den massiven Ausbau des Opferschutzes für Frauen und ihre Kinder und maximale Sicherheitsmaßnahmen für alle, die gefährdet sind. Wegweisung muss Wegweisung bleiben. Anti-Gewalt-Erziehung für gewalttätige Männer muss verpflichtend sein. Präventivmaßnahmen sind zwingend notwendig.

Wir fordern Aufklärungsarbeit, wo immer diese ansetzen kann, in den Schulen, bei den Ausbildungen, bei Schulungen, bei den Weiterbildungen.

Wir fordern die klare, unmissverständliche und uneingeschränkte Haltung aller in unserem Land, die an irgendeiner Stelle und auf irgendeine Weise die Möglichkeit haben, sich gegen Gewalt an Frauen auszusprechen und etwas dagegen zu unternehmen.

Die Gewalt an Frauen muss aufhören. Die Morde an Frauen müssen ein Ende haben.
(02.05.2021)

 

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Schreiben der GAV und der IG Autorinnen Autoren bezüglich der Vorverlegung der Deadline des Neustart-Kultur-Programms „von der Bühne zum Video"

Sehr geehrte Frau Staatssekretärin Mag.a Andrea Mayer!

Wie wir heute erfahren haben, wurde eine der Einreichfristen des Neustart-Kultur-Programms („von der Bühne zum Video“) radikal nach vorne verschoben.

Statt wie ursprünglich geplant am 15. Mai 2021 endete die Einreichfrist gestern. Als Grund wird das hohe Gesamtvolumen der Einreichungen angegeben.

Unsere wichtigste Forderung an die politischen EntscheidungsträgerInnen war Planbarkeit. Zugegebenermaßen machen die Unwägbarkeiten der Pandemie dies zu einem schwierigen Unterfangen.

Daher ist es für uns umso unverständlicher, warum die Abteilung für Kunst und Kultur des BMKÖS, ohne Not die Planungen so vieler Künstler:innen sabotiert. Wozu wurde eine Deadline verkündet, wenn nicht die Absicht bestand, diese auch ernst zu nehmen?

Es scheint, als würde in der Abteilung für Kunst und Kultur "first come first serve" die Maxime für die Bewältigung der Folgen der Pandemie sein. Damit werden die prekären Verhältnisse von uns Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen weiter verschärft.

Wir fordern daher vehement das Revidieren dieser skandalösen Entscheidung und eine Rückkehr zu einer verlässlichen Kulturpolitik. Wir benötigen Planbarkeit und nicht noch mehr Terminchaos!


Mit freundlichen Grüßen,

Ilse Kilic (Präsidentin der GAV)
Patricia Brooks, Jörg Piringer, Doron Rabinovici (für den Vorstand der GAV)
jopa jotakin (Geschäftsführung GAV)
Gerhard Ruiss (Geschäftsführer IG Autorinnen Autoren
(28.04.2021)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung unterstützt die Petition Release the Detainees in Myanmar / Burma

des IWP - International Writing Program
und die Forderung Freiheit für den Dichter Maung Yu Py und alle politischen Gefangenen in Myanmar und Unterstützung für die Demokratie der IG Autorinnen Autoren

Seit dem Militärputsch in Myanmar Anfang Februar 2021 wurden Zählungen der Gefangenenorganisation AAPP (Assistance Association for Political Prisoners) zufolge (Stand 23.3.2021) 2.812 Menschen, die friedlich für Demokratie demonstrierten, festgenommen, 2.418 Menschen sind weiterhin inhaftiert, 275 Menschen wurden getötet.

Unter den Getöteten sind auch zwei Dichter, K Za Win und Kyi Lin Aye. Ein weiterer Dichter, der 1981 geborene Maung Yu Py (Mg Yu Py/Mg Yu Pie) wurde am 9. März festgenommen und eingesperrt. Maung Yu Py, so wird berichtet, wurde nach der Festnahme geschlagen und misshandelt. Ihm drohen zwei Jahre Haft.

Maung Yu Py (Mg Yu Py/Mg Yu Pie) ist nicht unter den 600 Menschen, die am 23.3. in Myanmar laut Presseberichten aus der Gefangenschaft entlassen worden sind. Maung Yu Py war im Jahr 2015 in Iowa/USA als Stipendiat des IWP. Er hat sich stets friedlich für ein demokratisches Myanmar mit freien demokratischen Wahlen eingesetzt. Er tat dies mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen: mit seinen Worten. Seine Verhaftung, die seiner Kolleginnen und Kollegen, die der friedlichen Protestanten und Protestantinnen in Myanmar ist keinen weiteren Tag hinzunehmen.

Wir fordern die zuständigen Behörden in Myanmar auf, die Inhaftierten umgehend freizulassen, wir fordern die österreichische Regierung auf, sich für die Freilassung einzusetzen, wir fordern die Vertreter der Europäischen Union auf, die jüngsten Verhaftungen in Myanmar aufs Schärfste zu verurteilen, sich für die Entlassung der Gefangenen, unter ihnen Maung Yu Py, einzusetzen und den Weg zur Demokratie in Myanmar zu unterstützen.

Die Online-Petition kann hier unterschrieben werden: https://chng.it/WzpCYMWJSF
(17.03.2021)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung fordert Unterstützung bei bzw. leichtere Umsetzbarkeit von Freiluftveranstaltungen

Schreiben an Frau Staatssekretärin Mag. a Andrea Mayer und Herrn Dr. Robert Stocker

In Anbetracht der Tatsache, dass die Entwicklung der Pandemie und der Zeitplan bis zur zu erwartenden flächendeckenden Immunisierung der Bevölkerung zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer einschätzbar sind und somit auch noch keine Planungssicherheit für Kunst- und Kulturveranstaltungen gegeben ist, fordert die Grazer Autorinnen Autorenversammlung die finanzielle Förderung sowie die rasche und unbürokratische Erteilung von Genehmigungen zur Umsetzung von künstlerischen Projekten und Veranstaltungen, die unter freiem Himmel oder auf multimedialen Plattformen und selbstverständlich unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen stattfinden sollen.

Hierbei ist es wichtig, dass nicht nur große, sondern besonders auch kleinere Initiativen, die den öffentlichen Raum bespielen möchten, berücksichtigt werden. Um diesbezüglich zeitgerecht planen zu können, ist eine rasche Zusage der Unterstützung für Freiluftveranstaltungen dringend erforderlich.
(06.03.2021)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlungschließt sich der Solidaritätserklärung für Krisztina Tóth an

Die von der IG Autorinnen Autorenversammlung verfasst wurde.

Schützt Krisztina Tóth

Die ungarische Lyrikerin Krisztina Tóth, deren Gedichte auf Deutsch im Berlin Verlag erschienen sind, hat sich in einem ungarischen Literaturblog für andere als die in derzeitigen ungarischen Schulbüchern enthaltenen literarischen Texte mit äußerst konservativen Familien- und Geschlechter-Rollenbildern ausgesprochen.

Seither ist sie rassistischen und sexistischen Angriffen und Beleidigungen von regierungsnahen Medien, Fidesz-Getreuen und rechtsextremen Journalist/inn/en ausgesetzt. Nach dem Angriff auf Institutionen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft werden die Attacken und Kampagnen der ungarischen Regierung und regierungsnahen Medien nun personalisiert und können alle treffen, die sich frei äußern, liberal denken und internationale Kontakte haben..

Wir fürchten nicht nur um die Freiheit der Meinungsäußerung und der freien Ausübung der künstlerischen Tätigkeit in unserem Nachbarland Ungarn, wir sind auch in großer Sorge um unsere Kollegin. Nicht traditionelle genormte Menschenbilder sind in Ungarn mittlerweile quasi ungesetzlich

Unsere Solidarität gilt sowohl der Autorin als auch der Bürgerin Krisztina Tóth, deren Literatur verurteilt und die mit ihrer Familie, in einem Alltag voller Bedrohungen lebt, nur weil sie eine andere als die gewollte Haltung hat und für eine andere als die gewollte Meinung eintritt. 

Wir fordern alle österreichischen und europäischen politischen Instanzen auf, Krisztina Tóth gemeinsam mit uns in ihrem Recht auf ein Leben in Gesundheit und Freiheit ohne persönliche Diffamierungen und Bedrohungen oder Diffamierungen und Bedrohungen ihrer Familie zu verteidigen.
(05.03.2021)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung schließt sich dem Autor*innenprotest gegen die Abschiebung von hier geborenen und beheimateten Schülerinnen an,

Schreiben von Grazer Autorinnen Autorenversammlung, IG Autorinnen Autoren und PEN Österreich/Writers in Prison Komitee bezüglich der Verfolgung von Künstlerinnen und Künstlern in Belarus

An S. E. Andrei Dapkiunas, Botschafter der Republik Belarus

Exzellenz,

uns erreichen schon seit vielen Monaten Berichte über die Verfolgung von Schriftstellern, Schriftstellerinnen und anderen Künstlerkollegen und -kolleginnen in Ihrem Heimatland Belarus. Nicht nur elementare Bürgerrechte, sondern auch Menschenrechte werden offenbar von den Sicherheitskräften verletzt. Brigaden schwarz vermummter Schläger gehen ohne Rücksicht auf deren Leib und Leben gegen friedliche Demonstranten und Demonstrantinnen vor – darunter sind auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren vernünftige und maßvolle Worte von der Politik nicht mehr gehört werden.

Wir haben Sie am 9. September 2020 wegen des Verschwindens von Marja Aleksejeuna Kalesnikawa kontaktiert, bekamen aber keine Antwort. Frau Kalesnikawa fehlte in Brüssel am 12. Dezember 2020, als dort im Europäische Parlament der Sacharow-Preis an Verteidigerinnen und Verteidiger der Demokratie in Belarus überreicht wurde. Sie wird laut „Spiegel“ in Isolationshaft in einem Gefängnis festgehalten. Ebenso die Übersetzerin Volha Kalackaja.

Exzellenz! Wir erwarten von Ihnen ein besonderes Verständnis für das Engagement der Kunst in einem gesellschaftlichen Transformationsprozess. Sie sind ein Nachfahre des großen Dichters Janka Kupala. Er hat die Volkssprache in Belarus zu einem so literarischen wie politischen Instrument gemacht und damit gleichberechtigt mit dem Russisch der großen Meister. Die Literatur von Belarus erfuhr zuletzt mit der Verleihung des Nobelpreises an Swetlana Alexijewitsch internationale Anerkennung. 

Wir fordern die sofortige Freilassung von Maryja Aleksejeuna Kalesnikawa und Volha Kalackaja, sowie die Übermittlung von Namen und derzeitigem Aufenthaltsort aller von Militär, Polizei und Justiz ohne legales Verfahren festgehaltener Kunst- und Kulturschaffenden.

Mit vorzüglicher Hochachtung,

Ilse Kilic (Präsidentin der GAV)
Patricia Brooks, Jörg Piringer, Doron Rabinovici (für den Vorstand der GAV)
jopa jotakin (Geschäftsführung GAV)
Gerhard Ruiss (Geschäftsführer IG Autorinnen Autoren)
Marion Wisinger (Writers in Prison Komitee)
Helmuth A. Niederle (Präsident PEN Austria)
(11.02.2020)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung schließt sich dem Autor*innenprotest gegen die Abschiebung von hier geborenen und beheimateten Schülerinnen an,

der von der IG Autorinnen Autoren initiiert wurde.

Wir fordern die sofortige Rückkehr der abgeschobenen Schülerinnen und ihrer Familienangehörigen

Die Heuchelei der Regierung über menschliches Mitgefühl, den Schutz der Familie und Achtsamkeit im Umgang miteinander, ist nicht mehr zu ertragen. In allem, in dem sie mit ihren Handlungen solche Werte vorleben könnte, versagt sie. Nicht nur, dass sie sich außerstande sieht, Flüchtlingskinder in Österreich aufzunehmen, schiebt sie auch noch hier geborene Schülerinnen ab und beruft sich dabei auf ein unabänderliches Recht darauf bzw. auf eine unabänderliche Verpflichtung dazu.

Wer soll einer solchen Regierung glauben, dass sie in irgendeiner Frage aus Sorge um Menschen handelt? Wer soll einer solchen Regierung glauben, dass ihre Maßnahmen zum Schutz von Menschen vorgesehen sind? Welche Glaubwürdigkeit sollen Maßnahmen einer Regierung haben, die sofort alle ihre Appelle nach Mitgefühl und Verantwortung für andere außer Kraft setzen kann, wenn sie sich davon einen politischen Vorteil verspricht?

Die österreichische Regierung ist durch diese Abschiebung nicht nur den abgeschobenen Kindern und ihren Familienangehörigen mit Menschenverachtung begegnet, sie hat sie auch durch die Missachtung der Unterstützung zahlreicher unmittelbar Beteiligter zum Ausdruck gebracht.

Es geht nicht darum, wer gegen wen wie in der Regierung gehandelt hat und ob wer wen zur Nichtbeachtung von Gerichtsbeschlüssen auffordert, wie das jetzt zur Diskussion zu stellen versucht wird, es geht darum, dass unmenschliches Handeln unmenschliches Handeln bleibt und dass es immer Optionen zu menschlichem Handeln gibt. Es darf niemandem erlaubt werden, unmenschliches Handeln schönzureden.

Es gibt nur eine Lösung: Die umgehende Rückkehr der Ausgewiesenen. Dem Vollzug der Abschiebung muss eine sofort in Kraft tretende unbefristete Daueraufenthaltserlaubnis folgen. Ein solcher Fall von Abschiebung darf sich in Österreich nie wieder wiederholen.
(02.02.2020)