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bka Wien Kultur

MITTEILUNGEN

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Alfred Kolleritsch,

der am 29.05.2020 im 90. Lebensjahr verstorben ist.
(31.05.2020)

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Zusätzliche Forderungen der Grazer Autorinnen Autorenversammlung bezüglich Unterstützungsmöglichkeiten für Künstler*innen und Autor*innen

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV) und die IG Autorinnen Autoren begrüßen die Bemühungen der Bundesregierung, Künstler*innen und Autor*innen zu unterstützen, die durch die Maßnahmen im Rahmen der CoVID-19 Pandemie in Not geraten sind.

Zusätzlich zu den bereits beschlossenen Unterstützungsmöglichkeiten fordern wir:

unbürokratische Soforthilfe für alle in Österreich lebenden freischaffenden Künstler*innen/Autor*innen in Form eines Grundeinkommens, rückwirkend ab März für die Dauer der CoVID-19 basierten Maßnahmen (z.B. Grundeinkommen in der Höhe der Mindestsicherung, ähnlich dem oberöstereichischen Modell → https://www.nachrichten.at/kultur/coronahilfen-land-ooe-zahlt-mindestsicherung-fuer-freie-kuenstler;art16,3254145)

weitreichende Abgeltung der durch die Maßnahmen im Rahmen der CoVid-19 Pandemie entstandenen Einkommensverluste von Vereinen und freien Initiativen und Unterstützung bei der Erhaltung der Räume von Vereinen und freien Initiativen (Z.B. durch Miet- und Betriebskostenzuschüsse), die Aufgrund der aktuellen Einschränkungen der Vereinstätigkeit keine Einnahmen generieren können. Dies ist essenziell, damit Künstler*innen/Autor*innen auch weiterhin über Räume für die Präsentation ihrer Arbeiten verfügen.

Schaffung von Präsentationsmöglichkeiten mit niederschwelligem Zugang für honorierte Präsentationen, vor allem auch Online und vermittels Open Air Bühnen.

Unterstützung bei der Umsetzung der Maßnahmen bezüglich der notwendigen Begrenzung/Verringerung des Publikums (zb. nur jeder zweite Platz, bauliche Begrenzungen) bzw. Unterstützung bei der Übertragung von Veranstaltungen auf Bildschirme im Freien bzw. in die freien Medien (wie z.B. Okto oder freie Radios) und Unterstützung/Aufbau dieser Strukturen hinsichtlich der Wahrnehmung dieser Möglichkeiten.

Mit freundlichen Grüßen,

Ilse Kilic (Präsidentin der GAV)
Patricia Brooks, Jörg Piringer, Doron Rabinovici (für den Vorstand der GAV)
jopa jotakin (Geschäftsführung GAV)
Gerhard Ruiss (Geschäftsführung IG Autorinnen Autoren)
(06.05.2020)

 

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung schließt sich dem Aufruf Kunst, Kultur und Sport sind das Um und Auf des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens an,

der von der IG Autorinnen Autoren initiiert wurde.

Von der Hochkultur bis zur Breitenkultur, von der musealen Kunst und Kultur bis zur Gegenwartskunst, der Popkultur bis zur Unterhaltungskultur, vom etablierten Kulturbetrieb bis zur freien Szene und Brauchtumskultur, vom Breitensport bis zum Spitzensport, Behindertensport, Ausgleichssport und Teamsport: Ohne sie gibt es kein öffentliches und gesellschaftliches Leben. Ohne sie gibt es keinen Tourismus, keine Bildung, keine seelische und körperliche Gesundheit. Ohne sie gibt es keine Verständigung über innere und äußere Grenzen hinweg.

Kunst, Kultur und Sport fördern wie nichts sonst den gesellschaftlichen Austausch und Zusammenhalt. Sie reichen bis ins Privateste. Sie erwirtschaften für ihren Bereich und andere Bereiche Geld, sie sorgen für Besucher/innen und Gäste, Zuhörer/inn/en, Leser/innen, Hörer/innen, Eigenaktivitäten.

Kunst, Kultur und Sport sind von elementarer Bedeutung für das Zusammenleben, in den kleinsten Orten genauso wie in den größten Metropolen. Sie gehören zu Dorf-, Feuerwehr- und Sportfesten ebenso wie zu Sportgroßveranstaltungen, Festivals und Festspielen. Millionen von Menschen in Österreich verbringen ihre freie Zeit mit kulturellen und sportlichen Aktivitäten. Abermillionen Menschen kommen nach Österreich der Kunst, Kultur und des Sports wegen.

Genau das dürfte der Politik in Österreich trotz gegenteiliger Beteuerungen nur sehr wenig bewusst sein. Statt Akzente zu setzen, die der jetzigen Situation angemessen sind, reagiert sie mit vagen Ankündigungen und Vertröstungen auf spätere Zeitpunkte und verlässt sie sich darauf, dass Kunst, Kultur und der Sport sich selber helfen und wenn und wo nicht, dass soziale Unterstützungsmaßnahmen greifen, die vorne und hinten nicht genügen.

Es ist die falsche Politik, auf die Verhinderung der Kollabierung des Gesundheitssystems und die Aufrechterhaltung des Wirtschaftslebens zu setzen und dafür das Zusammenbrechen eines funktionierenden Kunst-, Kultur- und Sportbetriebs in Kauf zu nehmen.

Es ist die falsche Politik, aus Menschen, die bisher von ihrer Arbeit gelebt haben, Bittsteller zu machen, und, wenn sie Bittsteller geworden sind, ihnen Hilfestellungen anzubieten, die ihnen nur noch die Weiterexistenz an und unter der Armutsgrenze erlauben.

Es ist die falsche Politik, sich auf die Kreativität der Kunst- und Kulturszene zu verlassen und auf die Integrität und die Loyalität der Stimmen aus der Kunst und Kultur, statt mit ihr gemeinsam nach Möglichkeiten zur Programmgestaltung in den Schließmonaten und für die zwangsspielfreie Zeit und zur Öffnung zu suchen. Dasselbe gilt für den Sport.

Es ist die falsche Politik, nach außen den Eindruck zu vermitteln, die Einnahmenausfälle könnten kompensiert werden, und nach innen nicht mehr als das Geld für die Instandhaltung zur Verfügung stellen bzw. für die Abdeckung der existenziellen Grundbedürfnisse sorgen zu können.

Wir bangen nicht um die Milliarden-Geschäfte und um die Aufrechterhaltung von Verbandsstrukturen im Sport, wir fürchten nicht mit der Unterhaltungsindustrie um ihre Gewinne, wir denken an die unzähligen einzelnen Aktivitäten und Akteurinnen und Akteure, die im Kunst-, Kultur- und Sportleben zu finden sind ­– an der Basis, in den Einrichtungen und/oder als Einzelne.

Erforderlich sind zumindest:

1. Realistische Vorgaben und Bedingungen mit fixen Datumsangaben, wann unter welchen Bedingungen welcher Betrieb wiederaufgenommen werden kann.
2. Temporäre Soforthilfen in allen Bereichen, in denen Weiterarbeit möglich ist, wie im Bereich der Buch-, Tonträger-, Bild-Tonträger, Zeitungs-, Zeitschriften- und Medienproduktion.
3. Unterstützungen durch den Härtefallfonds und den Covid-19-Fonds des Künstlersozialversicherungs-Fonds sowie durch andere solcher Einrichtungen im maximal möglichen Ausmaß, bedarfsorientiert und nicht eingeschränkt auf den derzeitigen Beobachtungszeitraum bis Mitte Juni.
4. Kostenloser Rechtsbeistand und Übernahme der Kosten und von Forderungen überall, wo Personen und Einrichtungen von Ausfallshaftungen bedroht und Zahlungen zu leisten sind.
5. Unterstützung von allen Aktivitäten, die zu bezahlter Arbeit und dem Verkauf von Produkten führen.
6. Ständiger direkter Austausch mit allen Interessenvertretungen der Betroffenen in Videokonferenzen etc.
7. Enge Zusammenarbeit des Bundes mit den Ländern und Gemeinden sowie der Regierung mit der Opposition.
8. Gleichbehandlung des semi-professionellen und des Amateur-Sportbetriebs mit dem Profi-Sport bzw. des semi-professionellen und Amateurbereichs mit dem professionellen Kunst- und Kulturbetrieb.
(22.04.2020)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung schließt sich dem Aufruf Alle Fonds für alle Kunst- und Kulturschaffenden öffnen – Kein Ausschluss und keine Rückforderungen wegen weiterer Unterstützungen durch andere der IG Autorinnen Autoren an

Der Härtefallfonds und der Covid-19-Fonds des ksvf wurden unter der Voraussetzung geschaffen und dotiert, dass die Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen nach wenigen Wochen wieder gelockert werden könnten und ein Einbruch von drei, maximal vier Monaten abgefangen werden müsste. Nun hat sich herausgestellt, dass die Maßnahmen für den Kunst- und Kulturbereich zumindest bis Ende Juni anhalten werden und, was den Publikumsbesuch betrifft, sich noch über den Sommer erstrecken und bis in den Herbst hineinziehen werden. Es geht also um vier bis sechs und mehr Monate, die kein Betrieb im normalen Umfang möglich sein wird. Das schafft völlig geänderte Voraussetzungen für die bisherigen Unterstützungsmöglichkeiten. Die bisherige Ausrichtung der Fonds kann unter diesen Umständen nicht mehr genügen.

Darüber hinaus sind die Zugangsmöglichkeiten zu jedem Fonds und jeder sonstigen Unterstützungsmöglichkeit verschieden und es treffen zahlreiche Vorbedingungen nicht auf die berufliche Praxis von vielen Kunst- und Kulturschaffenden zu.

Wir fordern daher:

1. Die Einbindung aller Kunst- und Kulturschaffenden in den Covid-19-Fonds des ksvf.
2. Den Ausbau der Leistungen aus dem ksvf Covid-19-Fonds parallel zu den Leistungen aus dem Härtefallfonds.
3. Die Bezuschussung aller Kunst- und Kulturschaffenden aus dem ksvf Covid-19-Fonds ohne Rückforderungen bei weiteren Unterstützungen aus Verwertungsgesellschaften oder aus dem Härtefallfonds oder bei gleichartigen Förderungen durch die Länder und andere öffentliche Einrichtungen bei nachgewiesenem Mehrbedarf. Zuschüsse aus Verwertungsgesellschaften stammen aus von Kunst- und Kulturschaffenden selbst erwirtschafteten Mitteln, „Doppelunterstützungen“ sind durch den Nachweis des Mehrbedarfs ausgeschlossen.
4. Die Bezuschussung aller Kunst- und Kulturschaffenden aus dem Härtefallfonds ohne Rückforderungen bei weiteren Unterstützungen aus Verwertungsgesellschaften oder aus dem ksvf Covid-19-Fonds oder bei gleichartigen Förderungen durch die Länder und andere öffentliche Einrichtungen bei nachgewiesenem Mehrbedarf.
5. Die Möglichkeit zur nochmaligen Einreichung aus neu hinzukommenden Gründen sowohl beim Härtefallfonds als auch beim ksvf Covid-19-Fonds.
6. Keine Anbindung der Zuschussberechtigung an den monatlichen Umsatzrückgang bei Kunst- und Kulturschaffenden. Die Verluste lassen sich bei den meisten Kunst- und Kulturschaffenden nur auf das gesamte Jahr verteilt einstufen.
7. Kein Ausschluss von Kunst- und Kulturschaffenden, die Pensionen oder Arbeitslosengeld beziehen. Kunst- und Kulturschaffende können allein mit ihren Kleinstpensionen nicht überleben und sind daher gezwungen, weiterzuarbeiten.
8. Die Bezuschussung der NPOs muss endlich gestartet werden.
9. Einbindung der Interessenvertretungen der Kunst- und Kulturschaffenden in die Ausgestaltung der Unterstützungsleistungen aus
dem Härtefallfonds sowie aus dem Covid-19-Fonds des ksvf.

Weder der Härtefallfonds (aus Gründen der großen Zahl der Antragstellenden) noch der Covid-19-Fonds des ksvf (aus Gründen der Dotierung) bzw. beide (wegen des langen Zeitraums) sind in der Lage, nur mit den eigenen Möglichkeiten und Mitteln die sich über ein halbes Jahr ersteckenden Einnahmenausfälle auch nur einigermaßen abzufangen. Sie können bestenfalls einen Beitrag zur Deckung der dringendsten Zahlungsverpflichtungen leisten. Sie können nichts zur Aufrechterhaltung der künstlerischen beruflichen Tätigkeit beitragen. Der Härtefallfonds und der Covid-19-Fonds des ksvf sollten daher dem Beispiel der Kunst- und Kulturförderungen folgen, bei denen ein Projekt bzw. eine Person bzw. eine Einrichtung auch durch mehrere Stellen gefördert werden kann.
Doppelte Unterstützungen für ein und dasselbe können – wie bei Kunst- und Kulturförderungen ­– ausgeschlossen werden, da der Mehrbedarf ohnehin nachgewiesen werden muss und bereits erfolgte andere Unterstützungen ohnehin angegeben werden müssen.
(15.04.2020)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung schließt sich dem Aufruf ENTSCHIEDEN NEIN zur Abschaffung der Demokratie in Ungarn an,

der von der IG Autorinnen Autoren verfasst wurde.

Der globale Ausnahmezustand, hervorgerufen durch die Corona-Pandemie, darf nicht dazu missbraucht werden, die parlamentarische Demokratie auszuhebeln, wie das derzeit in Ungarn durch die sogenannten „Notstandsgesetze“ geschieht. Die Grundfreiheiten (Meinung, Presse, Wissenschaft, Kunst & Kultur) verlieren jegliche Bedeutung, wo ein einzelner Politiker per Dekret auf unbestimmte Zeit regieren kann.

Es reicht bei weitem nicht zur Verteidigung der Grundwerte der Demokratie und der EU, wenn Bundeskanzler Sebastian Kurz „sehr genau hinsehen“ will, ob in anderen Ländern die außergewöhnlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus auch wieder zurückgenommen werden. Es reicht bei weitem nicht, wenn Vizekanzler Werner Kogler „schärfste Kritik“ an der „neuen Machtfülle“ Orbans anbringt.

Seit einer Woche gilt in Ungarn: „Während der Notlage sind Wahlen und Volksabstimmungen ausgesetzt. Zudem enthält das Gesetz eine Änderung des Strafgesetzbuches, wonach die Verbreitung von Nachrichten, die die Bekämpfung der Pandemie untergraben könnten, mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann.“ (ORF)

Ebenso gilt: „16 der 27 EU-Regierungen zeigen sich in einer gemeinsamen Erklärung besorgt. Österreich schloss sich dieser als einziges vor dem Jahr 2004 beigetretenes EU-Land nicht an.“ (ORF)

Das ist skandalös, das ist beschämend.

Genauso wie der Abwiegelungsversuch der Europaministerin Karoline Edtstadler, die in der ZIB 2 am Sonntag (5.4. 2020) kleinzureden versuchte, warum sich Österreich in diesem Konflikt zurückhaltender verhält als andere Mitgliedsstaaten. Man dürfe „eines nicht vergessen, Österreich ist das einzige Land, das eine direkte Grenze auch mit Ungarn hat, und wir sind hier, gerade in der Krise, aber auch darüber hinaus, darauf angewiesen, dass wir mit Ungarn auch gut kooperieren“, sagte sie etwa mit Blick auf „Pendlerregelungen“.

Gerade weil Österreich eine gemeinsame Grenze mit Ungarn hat, ist ein entschiedenes Nein, begleitet von adäquaten Maßnahmen innerhalb der EU-Gemeinschaft, zu den Entwicklungen im Nachbarland vonnöten. Wo bleiben die gern und viel in Bedenkjahren zitierten „Lehren aus der Geschichte“?

Wir haben weit mehr als diese gemeinsame Grenze, wir haben grenzüberschreitende kulturelle Beziehungen, die nur dann möglich sind, wenn es einen freien demokratischen Austausch über die Landesgrenzen hinweg gibt.

Auch wir haben und teilen Sorgen, die sich auf die Gesundheit der Menschen beziehen. Und wir haben Sorgen, um die Demokratie. Diese Sorgen dürfen einander nicht ausschließen, ganz im Gegenteil.

Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, eindeutig Haltung zu beziehen, statt weiterhin Zurückhaltung zu zeigen und die Duldung der Außerkraftsetzung von demokratischen parlamentarischen Verhältnissen innerhalb der EU zu signalisieren.

IG Autorinnen Autoren
Grazer Autorinnen Autorenversammlung
(08.04.2020)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung schließt sich dem Aufruf "Kein Wegsehen, kein Verschweigen" an,

der von Gerhard Ruiss und Kristin Jenny verfassrt wurde.

Kein Wegsehen, kein Verschweigen
Kein Krieg und keine Polizeigewalt gegen Flüchtlinge

Die Menschen an der türkisch-griechischen Grenze sind Kriegsflüchtlinge, egal, ob sie der türkische Staatspräsident an die Grenze bringen hat lassen oder ob sie von selbst dorthin geflohen sind. Die Menschen im türkisch-griechischen Grenzgebiet und auf den griechischen Inseln brauchen niemanden, der sie ihrem Elend überlässt oder sie wieder in den Krieg zurückschicken will, sie brauchen Unterstützung und Hilfe. Sie sind, so lange es ihnen möglich war, im eigenen Land vor dem Krieg geflohen und haben, als es ihnen nicht mehr möglich war, nun nur noch eine letzte Zufluchtshoffnung, weg vom Krieg, außer Landes zu kommen. Sie wollen ihr Leben retten und das ihrer Familien. Die Türkei will sie nicht haben, die EU genauso nicht. Sie werden sich aber nicht in Luft auflösen.

Wir können uns nicht hinter den barbarischen Handlungen anderer verstecken, wir sind verpflichtet, den von unseren Ländern unterzeichneten internationalen Konventionen nachzukommen. Das Beschießen von Kindern mit Tränengas, die geforderte „echte Grenzverteidigung“ mit Waffeneinsatz durch den zum Glück nicht mehr amtierenden österreichischen Ex-Innenminister, das Verprügeln von NGO-Vertretern durch Rechtsextreme sind das genaue Gegenteil davon.

Auch Österreich kann sich nicht hinter seinen schon bisher erbrachten Leistungen für Flüchtlinge verstecken, sondern ist ganz im Gegenteil gefordert, Überzeugungsarbeit und einen eigenen Beitrag zur Bewältigung der Situation zu leisten. Gerade uns müsste die Geschichte gelehrt haben, wie es ist, flüchten zu müssen und nirgends Aufnahme zu finden. Diese Geschichte darf sich nie mehr wiederholen. Die Situation für zahlreiche bereits früher Geflüchtete allein ist schon schlimm genug. Weiter kommen sie nicht mehr und zurück können sie auch nicht.

Es ist Zeit, sämtliche Bedenken beiseite zu rücken und rasch und entschlossen zu helfen und Hilfe zuzulassen, wer immer diese Hilfe anbieten kann. Es ist Zeit, die Hilfsorganisationen an Ort und Stelle bei ihrer Arbeit zu unterstützen und sie nicht einem prügelnden Mob auszusetzen. Es ist Zeit, sich um die Menschen zu kümmern und nicht um die Wählerstimmenmaximierung. Es ist Zeit, Hilfe zu versprechen, statt Drohungen auszusprechen. Es ist Zeit, statt die Stimmung immer weiter anzuheizen und aufzustacheln, zur Deeskalation und Beruhigung der Situation beizutragen. Es ist Zeit, rechter Hardliner-Politik klare demokratische, den Menschenrechten verpflichtete Absagen zu erteilen. Es ist Zeit, jegliche militärische und polizeiliche Gewalt gegen Flüchtlinge umgehend einzustellen und zu ächten. Es ist Zeit, zu helfen statt sich wegzudrehen und von all dem nichts wissen zu wollen.
(06.03.2020)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Hans Eichhorn,

der am 29.02.2020 im 65. Lebensjahr verstorben ist.

Das Begräbnis findet am Dienstag, 10.03.2020, um 14:30 Uhr in Attersee statt.

Nachruf der OÖNachrichten
(02.03.2020)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung schließt sich dem Aufruf Julian Assange aus dem Gefängnis entlassen an

Wir sind in großer Sorge um das Leben des Journalisten und Wikileaks-Gründers Julian Assange, der in kritischem Gesundheitszustand seit über einem halben Jahr im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in Auslieferungshaft sitzt. Wir unterstützen die Forderung des Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen zum Thema Folter, Nils Melzer, nach einer umgehenden Freilassung von Julian Assange, aus medizinischen sowie aus rechtsstaatlichen Gründen.

Von 2012 bis 2019 erhielt Julian Assange in der Botschaft Ecuadors politisches Asyl vor einer drohenden Auslieferung an die USA, wurde jedoch bald auch dort systematisch überwacht, isoliert und drangsaliert. Der UN-Sonderberichterstatter hatte den inhaftierten WikiLeaks-Gründer am 9. Mai 2019 mit einem Ärzteteam in Belmarsh besucht und anschließend berichtet, dieser zeige „alle Symptome, welche typisch sind für Opfer langdauernder psychischer Folter“.

Ein halbes Jahr später warnte Melzer, die britische Regierung habe seinen Appell ignoriert und stattdessen „für die Rechte und die Integrität von Herrn Assange nur Verachtung gezeigt“. Dieser werde weiterhin unter unnötig belastenden Bedingungen isoliert und überwacht, welche für eine reine Auslieferungshaft nicht gerechtfertigt sind und ihn sogar in Lebensgefahr bringen könnten. So müsse Julian Assange ohne jeden stichhaltigen Grund 22 bis 23 Stunden am Tag alleine in seiner Zelle verbringen. Jeder normale menschliche Kontakt zu anderen Gefangenen werde strikt unterbunden und seine Prozessvorbereitung systematisch untergraben. In einem offenen Brief forderten mehr als 60 Ärzte Assange ins Universitätskrankenhaus zu verlegen, da sein Gesundheitszustand mittlerweile als lebensbedrohlich einzuschätzen sei.

Julian Assange ist heute ausschließlich zum Zwecke einer Fluchtverhinderung im Zusammenhang mit dem anhängigen Verfahren zur Auslieferung an die USA inhaftiert, wo er für die Enthüllung von Kriegsverbrechen wegen „Spionage“ angeklagt und mit 175 Jahren Einzelhaft bedroht ist.

Es ist offensichtlich, dass Julian Assange unter den gegenwärtigen Haftbedingungen weder genesen, noch sich auf sein Auslieferungsverfahren vorbereiten kann, welches am 25. Februar 2020 beginnen soll. Beides stellen schwere Verstöße gegen menschenrechtliche und rechtsstaatliche Grundprinzipien dar, verunmöglichen ein faires Verfahren und setzen Julian Assange erheblichen Leiden und gesundheitlichen Risiken aus.

Wir erinnern die deutschen Medien daran, dass Assange einer der ihren und die Verteidigung der Pressefreiheit eine Grundfrage der Demokratie ist.

Ungeachtet der Vorwürfe, die Assange gemacht werden, rufen wir Großbritannien aus den genannten menschenrechtlichen und medizinischen Gründen dringend dazu auf, Julian Assange umgehend aus der Haft zu entlassen, damit er unter fachärztlicher Aufsicht genesen und seine Grundrechte ungehindert ausüben kann.

Wir rufen auch die Bundesregierung dazu auf, sich bei der britischen Regierung in diesem Sinne einzusetzen.

Der Aufruf kann unter https://assange-helfen.de/ unterzeichnet werden.
(10.02.2020)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Hermann J. Hendrich,

der am 19.01.2020 im 86. Lebensjahr verstorben ist.

Die Verabschiedung findet am 30.01.2020 um 12:30 Uhr in der Feuerhalle in Wien Simmering statt.

Ein Nachruf von Nikolau Scheibner ist hier zu finden
(22.01.2020)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Oswald Oberhuber,

der am 17.01.2020 im 89. Lebensjahr verstorben ist.

Nachruf von Katharina Rustler auf derstandard.at
(20.01.2020)