2023

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Wilfried Ohms,

der, wie wir jetzt erst erfahren haben, bereits am 03. Oktober 2023 im 61. Lebensjahr verstorben ist.
(21.12.2023)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Markus Laiber,

der am 28. November 2023 im 58. Lebensjahr verstorben ist.
(07.12.2023)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Werner Vogt,

der am 11. November 2023 im 86. Lebensjahr verstorben ist.

Nachruf auf derstandard.at
(14.11.2023)

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Keinen Millimeter Handlungsspielraum für antisemitische Aktionen

Es ist erschreckend, wie schnell aus Nazi-Schmierereien Handlungen werden. Der Brandanschlag auf eine Einrichtung im jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs bedient sich der Zeichensetzungen der Nazi-Propaganda, von Störung der Totenruhe und Friedhofsschändung bis zu den Zerstörungen und Verwüstungen in der sich bald wieder jährenden Reichspogromnacht.

Wir wollen nicht darauf warten, bis jemand noch weiter geht. Wir fordern alle Vertreterinnen und Vertreter in öffentlichen politischen und kirchlichen Funktionen und Einrichtungen dazu auf, sich der gemeinsamen Verantwortung zu stellen, jede wie immer geartete antisemitische Aktion in Österreich konsequent zu verurteilen und zu unterbinden.

Gerade in Wien, wo der Nationalsozialismus in der Reichspogromnacht, dem Auftakt zum größten Menschheitsverbrechen in der Weltgeschichte, der nationalsozialistischen Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung egal wo in der Welt, ganz besonders gewütet hat, besteht die besondere Verantwortung, antisemitische Aktionen wie diese in der Allerheiligennacht am Wiener Zentralfriedhof in den richtigen historischen Zusammenhang zu stellen. Es ist der hausgemachte Antisemitismus, mit dem wir es hier zu tun haben, der im Windschatten des Nahost-Krieges und im Zusammenspiel mit dem (re)importierten Antisemitismus* seine Möglichkeiten zur Wiederbelebung auszuloten versucht.

Es darf sich nicht nur nie wieder irgendetwas aus der Geschichte des Antisemitismus in Österreich wiederholen, es darf auch keine neue Geschichte des Antisemitismus in Österreich entstehen.

* siehe dazu: Matthias Küntzel: „Islamismus und Nationalsozialismus. Gibt es einen Zusammenhang?“ Vortrag vom 20. Oktober 2005, Schriftenreihe Gesprächskreis Politik und Geschichte, Heft 6, Friedrich Ebert Stiftung, Trier 2006,

-> https://library.fes.de/pdf-files/kmh/03856.pdf
(03.11.2023)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung begrüßt ihre neuen Mitglieder

Heinz Achtsnit, Martin Andersson, Ljuba Arnautović, Florian Arnold, Elisa Asenbaum, Katherina Braschel, David Bröderbauer, Katrin Butt, Barbara Deißenberger, Irene Diwiak, Verena Dolovai, Roland Grohs, Sabine Groschup, Markus Grundtner, Julius Handl, Anna Herzig, Brigitta Huemer, Maria Anna Ilmer Ebnicher, Tamara Imlinger, Eva Jansenberger, Adrian Kasnitz, Andrea Kerstinger, Beate Kniescheck, Harald König, Beatrix Kramlovsky, Jakob Kraner, Stefan Kutzenberger, Egon Christian Leitner, Zoltán Lesi, Elisabeth Lexer, Simon Ludescher, Britta Mühlbauer, Jürgen Neckam, Laura Nußbaumer, Frieda Paris, Helene Proißl, Sebastian Raho, Katja Renzler, Sabine Schönfellner, Eva Schreiber, Christian Schreibmüller, Hubertus September (Krosigk), Cornelia Stahl, Helmut Steiner, Benedikt Steiner, Bernhard Strobel, Christina Strohmaier, Anja Sturmat, Gerd Sulzenbacher, Norbert Trawöger, Marina C. Watteck, Christian Weingartner, Ulrike Winkler-Hermaden
(16.10.2023)

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Kriegsverbrechen beim Namen nennen
Es gibt keine Rechtfertigung für Terror

Die Massaker der Hamas an der israelischen Bevölkerung sind Terrorakte, die mit keinen anderen bisherigen Terrorakten zu vergleichen sind, sie sind Kriegsverbrechen, für die die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Es gibt keine Rechtfertigung für Untaten wie das Verschleppen, Quälen, Vergewaltigen, Ermorden und Schänden von Leichen. Es darf nicht den geringsten Spielraum dafür geben, dass diese Taten mit Videos, auf Kundgebungen und in Äußerungen verherrlicht, gefeiert oder befürwortet werden können.

Angesichts dieser Gräuel und aufgrund der besonderen historischen Verantwortung Österreichs halten wir fest: Niemand ist berechtigt, Israel das Existenzrecht abzusprechen und Israel und seine Bevölkerung aus diesem Grund anzugreifen und solche Angriffe zu unterstützen oder gutzuheißen.

Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gilt allen Opfern dieses Angriffs, auch denen, die in Folge dieses Angriffs zu Opfern werden. Wir fühlen uns den Menschen, die sich für Frieden und Verständigung einsetzen, auf beiden Seiten eng verbunden.

Die Überwindung des Konflikts kann nur durch Verhandlungen erreicht werden.

Erstunterzeichnet von:
Gerhard Ruiss, Doron Rabinovici, Elfriede Jelinek, Judith Nika Pfeifer, Alfred Komarek, Almut Tina Schmidt, Thomas Stangl, Peter Rosei, Michael Köhlmeier, Monika Helfer, Michael Stavaric, Erwin Steinhauer, Anna Kim, Thomas Sautner, Stefan Slupetzky, Vladimir Vertlib, Gerhard Zeillinger, Julian Schutting, Julia Rabinowich, Daniel Wisser, Wolfgang Hermann, Chris Lohner, Doris Knecht, Maja Haderlap, Eva Rossmann, Esther Kinsky, Janko Ferk, Karl Markus Gauß, Olga Flor, Anna Maria Krassnigg, Robert Schindel, Susanne Scholl, Elias Hirschl, Sabine Gruber, Franzobel
(10.10.2023)

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Stellungnahme der Grazer Autorinnen Autorenversammlung zum aggressiven Verhalten gegen Peter Klien

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung protestiert entschieden gegen den gewalttätigen Übergriff eines von der FPÖ angestellten Wachmannes gegen den
Journalisten und Satiriker Peter Klien auf einer FPÖ-Veranstaltung.
Gewalt gegen den unabhängigen Journalismus darf in einer Demokratie keinen Platz haben!

-> https://www.youtube.com/watch?v=C7WDOHMVrIk
(09.10.2023)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Peter Tertinegg,

der am 18. August 2023 im 78. Lebensjahr verstorben ist.

Die Verabschiedung findet am 13.09.2023, 15:00 Uhr im Verabschiedungsraum der Bestattung Wolf (Triester Straße 198, 8055 Graz) statt.
(01.09.2023)

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Schreiben der Grazer Autorinnen Autorenversammlung an Bürgermeister Michael Ludwig anlässlich der Auflösung des Literaturreferates der Stadt Wien

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Michael Ludwig,

per Zufall haben wir erfahren, dass per 1.8.2023 das Literaturreferat der Stadt Wien als eigenständiges Referat aufgelöst und dem Referat „Film, Mode und Internationales“ angeschlossen wurde.

Wir, die Grazer Autorinnen Autorenversammlung (gegründet in Graz, seit 1975 ist unser Sitz in Wien), sind bestürzt über diesen Schritt und denken, es kann sich hier nur um ein Missverständnis, oder eine vorübergehende Akutmaßnahme handeln, um einen personellen Engpass zu überbrücken.

Das Signal, welches diese Maßnahme aussendet, ist verheerend und einer Literatur- und Kulturstadt, als die Wien bekannt ist, nicht würdig.
Soll das signalisieren, es gibt für die Literatur nicht mehr genug zu tun, so dass es sich nicht länger auszahlt, ein eigenes Literaturreferat zu führen?
Ist das ein Prozess, der jetzt alle Kunstsparten betrifft, à la Großraumbüro mit nicht fixen Arbeitsplätzen, also auch die Bildende Kunst und das Theater?
Angeblich soll ein Abgang aus dem Literaturreferat den Ausschlag dafür gegeben haben. Das macht diese Entscheidung um nichts plausibler. Kann sich die Stadt Wien ausgerechnet im Referat Literatur keine Mitarbeiter:innen mehr leisten? Fähiges Personal wäre mit Sicherheit schnell zu finden.

Abgesehen von der Aufgabe des Anspruchs zur Betreuung von Literatur als eigenständig wichtiger Kunstsparte: Was bedeutet das für die Budgetierung? Bleiben für alle Sparten eigenständige Budgetansätze erhalten oder werden sie zu einem gemeinsamen Budgetansatz, bei dem die Gelder hin- und herwandern? Kann es dann noch zu einer dynamischeren Entwicklung eines Budgetansatzes wie dem für die Literatur kommen, der sich in früheren Jahren weniger dynamisch entwickelt hat, als die Budgetansätze für andere Kunstsparten wie dem Film, der Bildenden Kunst, der Darstellenden Kunst und der Musik?

Es ist äußerst irritierend, dass es zu einem solchen Schritt kommt, ohne dass es irgendeine Information an die Betroffenen gibt, was es für sie bedeutet und ob ein solcher Schritt überhaupt auf Akzeptanz stößt.

Wir können jedenfalls nicht glauben, dass Wien sein Literaturreferat auflöst und zu einem Anhängsel eines anderen Referats macht, sondern vermuten, wie eingangs erwähnt, es handelt sich um eine nicht für ständig geplante Akutmaßnahme.

Wir ersuchen dringend um Verständigung und Aufklärung, gegebenenfalls um Intervention und Zurücknahme der Auflösung.

Mit freundlichen Grüßen,
Ilse Kilic (Präsidentin)
jopa jotakin (Geschäftsführung)
Patricia Brooks, Jörg Piringer, Doron Rabinovici (für den Vorstand)
(07.08.2023)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Wolfgang Palka,

der, wie wir jetzt erst erfahren haben, bereits am 16. Mai 2023 im 73. Lebensjahr verstorben ist.
(10.07.2023)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Helmut Groschup,

der am 01. Juli 2023 im 69. Lebensjahr verstorben ist.

Nachruf von Martina Obertimpfler
Die Trauerfeier findet am 29. Juli 2023 um 12:00 Uhr im Leo Kino Innsbruck statt.
(10.07.2023)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Karin Jahn,

die am 20. Juni 2023 im 82. Lebensjahr verstorben ist.

Die Verabschiedung findet am Montag, den 3. Juli 2023 um 9 Uhr in der Feuerhalle Simmering statt .
Die Urnenbeisetzung ist am 7. Juli 2023 um 10 Uhr am Wiener Zentralfriedhof, 2. Tor, Halle 1
(26.06.2023)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Angelika Hedwig Mayer,

der, wie wir jetzt erst erfahren haben, bereits am 01. Mai 2023 im 65. Lebensjahr verstorben ist.
(16.06.2023)

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Keine Koalition mit der FPÖ
Wir fordern den Abbruch der Verhandlungen

Die ÖVP verhandelt derzeit eine Koalition mit der FPÖ in Salzburg. Einwände gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ werden damit abgetan, es sei ausschließlich mit der FPÖ eine stabile Mehrheit gegeben. Eine solche Mehrheit wäre aber auch mit der SPÖ und den Grünen möglich. Stattdessen präferiert die ÖVP eine Koalition, die den Zurufen ihrer Bünde und Bürgermeister folgt, die ihre Interessen über das Landeswohl stellen. Überdies versucht der Salzburger Landeshauptmann die geplante Koalition so darzustellen, als hätte die FPÖ Salzburg nicht das Geringste mit der FPÖ zu tun.

In Antwortschreiben vom 3.5. und 4.5. auf von Privatpersonen formulierte Proteste räumte Wilfried Haslauer ein, auch er habe „ein Problem mit der von der FPÖ-Bundespartei ausgehenden Tonalität der Niedertracht und des Hasses, welche nicht dem Salzburger Klima des Respekts und der Wertschätzung entspricht“. Die FPÖ wird diese „Tonalität“ aber nicht ändern, nur weil sie in der Salzburger Regierung sitzt, ganz im Gegenteil, sie hat dadurch eine Möglichkeit mehr, aus ihrer „Tonalität“ politischen Ernst zu machen.

Wir wenden uns entschieden gegen die Koalition mit einer Partei, die für ihre Beziehungen zu nationalen und internationalen rechtsextremen Kreisen bekannt ist und die politisch für Demokratieabbau, eine Verschärfung sozialer Ungleichheit, die Missachtung der Notwendigkeit klimapolitischer Maßnahmen und einen Angriff auf zentrale demokratische Institutionen steht. Eine Koalition mit der FPÖ dient vor allem den Interessen der FPÖ, nicht dem Wohl des Landes.

Wir fordern Landeshauptmann Haslauer auf, seiner politischen Verantwortung gerecht zu werden und die Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ zu beenden.

Personenkomitee Keine Koalition mit der FPÖ
Gerhard Ruiss (Kontakt), Helena Adler, Martin Amanshauser, Alf Altendorf, Birgit Birnbacher, Harald Friedl, Tomas Friedmann, Karl-Markus Gauß, Hans Peter Graß, Christoph Janacs, Ludwig Laher, Helga Laher-Reuer, Karl Müller, Roswitha Müller, Petra Nagenkögel, Fritz Popp, Thomas Randisek, Klemens Renoldner, Barbara Stasta, Anton Thuswaldner, Siegfried Trenker, O.P. Zier

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung unterstützt diesen Aufruf!

(16.05.2023)

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Für die Neuausschreibung der NÖ Landeshymne

Wir sprechen uns für die Neuausschreibung der niederösterreichischen Landeshymne aus. Niederösterreich hat als einziges österreichisches Bundesland einen nationalsozialistisch belasteten Dichter als Verfasser seiner seit den späten 1940er Jahren inoffiziellen und ab den 1960er Jahren offiziellen Landeshymne. Ihr Autor, Franz Karl Ginzkey, war einer der Autoren, die sich im Bekenntnisbuch österreichischer Dichter 1938 für den Anschluss Österreichs an Nazideutschland aussprachen. Er beantragte 1941 die NSDAP-Mitgliedschaft und erhielt sie nach einer Befürwortung Adolf Hitlers 1942.

Des Problems der nationalsozialistischen Belastung Ginzkeys entledigt sich das Land Niederösterreich bisher so: „Sein durchaus problematisches Nahverhältnis zum Nationalsozialismus tat seinem Ruf als bedeutender österreichischer Dichter auch nach 1945 keinen Abbruch.“ *)

Ein Dichter kann sicher auch als politisch problematische Person noch ein Dichter bleiben, bei einem Verfasser einer Hymne in einer Demokratie geht es aber nicht um einen Autor, der für sich selbst steht und seine Haltungen persönlich verantworten muss, sondern um jemanden, der repräsentativ für die Zeit und die Menschen im Land stehen soll. Eine solche Persönlichkeit war und ist Ginzkey trotz seiner Mitwirkung bei der Entstehung der Salzburger Festspiele in den 1920er Jahren mit Sicherheit nicht.

Wir halten es als Vertreter/innen der Kunst, Kultur und Wissenschaft des heutigen Österreich für nicht mehr länger vertretbar, dass die Hymne Ginzkeys bei Kunst-, Kultur- und Wissenschaftspreisverleihungen gesungen wird, wir halten es für nicht mehr länger vertretbar, dass sich Menschen zu den Worten eines Autors mit dieser Vorgeschichte von ihren Sitzen erheben, um dessen Worte mitzusingen, Worte eines Autors, der 1933 seinen

Austritt aus dem österreichischen PEN Club erklärte, weil sich dieser gegen die Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten und für die durch den Nationalsozialismus verfolgten Autor/inn/en ausgesprochen hatte.

Es gibt auch keinen Hinweis auf seine grundlegend geänderte Haltung und vollkommen andere Gesinnung nach 1945, so dass auch dieser Grund wegfällt. Er veröffentliche gemeinsam mit anderen ex-nationalsozialistischen Autor/inn/en im 1953 gegründeten, bis heute bestehenden Eckartboten, der in seiner Ausrichtung von der Österreichischen Nationalbibliothek so klassifiziert wird: „Der überwiegende Teil der Beiträge war politischen Fragen gewidmet, wobei der Standpunkt klar rechtsextrem, konservativ, zunehmend ausländerfeindlich und teils neonazistisch war.“ Ginzkey veröffentlichte dort von 1953 bis 1961 und wurde nach seinem Tod im Jahr 1963 von 1965 bis 1988 weiter im Eckartboten veröffentlicht.

Wir treten daher für die Neuausschreibung einer niederösterreichischen Landeshymne ein. Die Beteiligung mit Vorschlägen für eine neue Hymne sollte allen ermöglicht werden.

Es ist auch für Niederösterreich Zeit, die Geschichte der Verdrängung und Verharmlosung des nationalsozialistischen Mitläufer- und Mitttäter- sowie des anti-österreichischen Deutschtums endgültig hinter sich zu lassen und mit einer neuen Hymne in der Gegenwart eines weltoffenen, demokratischen Niederösterreich anzukommen.

Eine Initiative von Gerhard Ruiss, Thomas Sautner und Sylvia, unterstützt von der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und weiteren Einzelpersonen und Verbänden

*) Siehe dazu: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/reflexionen/geschichten/2118840-Abgedriftet-im-Fluss-der-Zeit.html
(13.04.20223)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Eva Fischer,

die am 01. April 2023 im 71. Lebensjahr verstorben ist.

Die Verabschiedung findet am 15. April 2023, um 10.00 Uhr auf dem Stadtfriedhof St. Martin, 4050 Traun, Wiener Bundesstraße 101 statt
(07.04.2023)

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Die neue niederösterreichische Landesregierung
Ein finsteres politisches Kapitel in Österreich wird aufgeschlagen
Ein schwerer Rückfall in den Nationalismus

Am 23.3.2023 wird eine neue NÖ Landesregierung konstituiert, mit personellen Besetzungen und einem Arbeitsübereinkommen, die nicht zu rechtfertigen sind.

Es wird eine Regierung gebildet, die FPÖ-Funktionären vom rechtesten Rand erlaubt, sich in die erste Reihe der politischen Repräsentanten zu stellen. Ein FPÖ-Politiker wie Udo Landbauer, der auf Grund seiner politischen Vorgeschichte bis jetzt in Wikipedia als „rechtsextremer österreichischer Politiker“ geführt wird, ist nunmehr Landeshauptfrau-Stellvertreter. Ein Politiker wie Gottfried Waldhäusl, der Erfinder der mit Stacheldraht umzäunten Asylunterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und der Schüler/inn/en, die selbst oder deren Eltern nicht aus Österreich kommen, für unerwünscht in Österreich erklärt, ist nunmehr zweiter Landtagspräsident und bekleidet damit eines der höchsten repräsentativen Ämter des Landes.

Dementsprechend ist das Arbeitsübereinkommen der ÖVP mit der FPÖ zur Bildung der neuen niederösterreichischen Regierung gestaltet. Es hat als wichtigstes Ergebnis einen Pandemie-Wiedergutmachungstopf in der Höhe von 30 Millionen Euro, der pure politische Scharlatanerie ist, die nicht das Geringste mit verantwortungsvoller Politik zu tun hat, sondern eine Anerkennung für Coronaleugner, Verschwörungstheoretiker und andere FPÖ-Sympathisantengruppen aus der Anti-Corona-Maßnahmen-Bewegung ist: Sie sollen die „Corona-Opfer“ sein, nicht die an Corona Gestorbenen und ihre Angehörigen, nicht an Corona Erkrankte oder durch Long-Covid Geschädigte. Dieser Topf ist eine Beleidigung aller, und das ist die weitaus überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, die sich an die Corona-Regeln gehalten haben, und er untergräbt generell die Notwendigkeit und Legitimität von politischen Entscheidungen. Er will angeblich die gesellschaftliche Spaltung beseitigen und schafft sie.

Ein anderer Schwerpunkt im Arbeitsübereinkommen ist die vorgebliche Integration, die im Wesentlichen aus vollkommen irrationalen nationalistischen Ansätzen besteht. In Schulhöfen soll das Deutschsprechen in Hausordnungen festgelegt werden und die Wohnbauförderung wird an deutsche Sprachkenntnisse geknüpft. Die Grundversorgung von Asylwerber/inne/n soll durch Sachleistungen ersetzt, die Asylquartierbelastung soll gering gehalten werden, Integrationsprojekte werden Sparksamkeitsvorgaben unterworfen.

Ebenfalls unter den Integrationsmaßnahmen findet sich der Anspruch auf „klare Regeln, was die Verwendung der deutschen Sprache“ betrifft: „Das Land Niederösterreich wird (...) durch die Erarbeitung von Leitlinien für Publikationen in Verantwortung des Landes einen Beitrag leisten. Diese Vorgaben werden für den Landesdienst bindend sein und als Empfehlung an die Hochschulen und als Forderung auch an den Bund gerichtet werden.“ Wörter wie „Buch“, „Bibliothek“, „Bücherei“, „Literatur“ oder „Lesen“ sind im Arbeitsübereinkommen allerdings nicht zu finden, auch nicht in den Kapiteln „Bildung“ und „Kultur“. Mehr und besseres Deutsch ohne Erwähnung der Möglichkeiten und Mittel dafür und ohne Förderung ist ein Kunststück, das nur dieses Arbeitsübereinkommen leisten kann.

Das Programm enthält auch ein – selbstverständlich ebenfalls nationalistisch gefärbtes – Rauschkugel-Abkommen: „Das Wirtshaus als gesellschaftlicher Treffpunkt ist ein wesentlicher Teil der Landesidentität unseres Bundeslandes. Um die Wirtshauskultur auch in Zeiten der Teuerung zu erhalten [für wen, die Wirte, die Gäste?], wird eine Wirtshaus-Prämie erarbeitet. Voraussetzung ist, dass der neue [?] Wirt ein traditionelles und regionales Speisenangebot aufweist.“

Eine ganz und gar skandalöse Gleichsetzung findet sich im Kapitel „Kultur“: „Erhaltung und Sanierung der jüdischen Friedhöfe sowie Fürsorge für die Kriegs- und Opfergräber.“ Dieser Programmpunkt schien im ursprünglichen Arbeitsübereinkommen auf, wurde bei der Präsentation gestrichen und ist nunmehr wieder an seiner alten Stelle im Kulturprogramm zu finden.

Mit der Regierungsbildung und dem Arbeitsübereinkommen zwischen ÖVP und FPÖ in Niederösterreich wird ein finsteres Kapitel für die Demokratie in Österreich aufgeschlagen. Nichts ist mehr ausgeschlossen, vor allem nicht, dass sich die ÖVP auch auf Bundebene zur Wegbereiterin der bisher nur auf die FPÖ beschränkt gewesenen nationalistischen Politik in Österreich macht.

Wir wenden uns mit allem Nachdruck gegen Darstellungen, dass mit der jetzigen NÖ Landesregierung der Wählerwille abgebildet wird, es wurde vielmehr einer Partei, die von einem Viertel der Wähler/innen gewählt wurde, die Möglichkeit verschafft, 5 Jahre lang ihre am rechten bis äußerst rechten Rand angesiedelte Politik zur Regierungspolitik zu machen.

IG Autorinnen Autoren, Grazer Autorinnen Autorenversammlung und viele weitere.
(20.03.2023)

 

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Peter Weibel,

Gründungsmitglied der GAV, der am 01. März 2023 im 79. Lebensjahr verstorben ist.

-> Nachruf von Katharina Rustler und Ronald Pohl auf derstandard.at

Peter Weibel wird am dem 21. März 2023, in der Karl-Borromäus-Kirche auf dem Wiener Zentralfriedhof (Eingang über Tor 2) aufgebahrt. Die Trauerfeier beginnt um 14 Uhr. Einlass in die Kirche ist ab 12:30 Uhr.
(02.03.2023)

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Klimaschutz ist kein Verbrechen!
Die Aktionen der Klimaschutz-Aktivist:innen mögen unterschiedlich bewertet werden, doch anstatt sie zu diffamieren, ihnen Kriminalisierung und Strafen anzudrohen, fordern wir, die Anliegen und damit den Klimaschutz endlich ernst zu nehmen und dementsprechende Maßnahmen zu setzen.
(13.01.2023)