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MITTEILUNGEN

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung protestiert gegen den Kulturabbau beim ORF Vorarlberg

Beim Landesstudio Vorarlberg wird still und heimlich Kulturabbau betrieben. ORF Landesdirektor Markus Klement baut die Sendezeiten um, um Kultursendungen abzuschaffen

Nachdem vor einiger Zeit die Stelle der Leitung der Kulturabteilung beim ORF Vorarlberg nicht mehr nachbesetzt, sondern in eine Koordinationsstelle umfunktioniert wurde, wurde still und heimlich ein weiterer Schritt in Richtung Kulturabbau gesetzt, indem die Kulturredaktion dezimiert wird. Raphaela Rudigier, Karenzvertretung, allerdings seit fast zehn Jahren als Kulturredakteurin im ORF Landesstudio Vorarlberg tätig, wurde gekündigt. Sie deckte de facto alle Bereiche in der Kulturredaktion ab, hat moderiert, Radio, Fernsehen gemacht usw. Mit Claus Karitnig, seit 2001 in der Kulturabteilung bei Radio Vorarlberg tätig und Gestalter von Beiträgen für „Kultur nach 6“ und von Musiksendungen, wird die Zusammenarbeit nicht mehr fortgesetzt. Das Gleiche gilt für Ingrid Adamer, seit Oktober 1986 freie Mitarbeiterin beim ORF Vorarlberg und eine Koryphäe als Kulturredakteurin mit Schwerpunkt Bildende Kunst und Architektur und Gestalterin vorrangig von Ausstellungsberichten für „Kultur nach 6“. Die Nichtverlängerung der Zusammenarbeit kommt quasi einer Kündigung gleich.

Außerdem wurde die beliebte Sendung „Kultur nach 6“ um zwei Stunden nach hinten verlegt, und zwar auf kurz nach 20 Uhr, sodass die Einstellung dieses „Kulturmagazin“ programmiert ist. Durch diese Programmreform wird die Kultur insgesamt massiv geschwächt und KulturveranstalterInnen werden auf höchst unschöne Weise konkurrenziert. Klement setzt die Kulturberichtszeit so an, dass diese niemand mehr hören wird, da kurz nach 20 Uhr nicht unbedingt das Radio eingeschaltet wird: Um 20 Uhr findet bekannterweise das Konkurrenzprogramm statt – einerseits im Fernsehen mit diversen TV-Krimis, Serien, Gewinnspielen, Fußball u.a., andererseits live in den Theatern, Kinos, Lesungen usw.. Aus ist es nun mit einem Kulturvorabend, dem Kulturabende folgen können. Mit „Kultur nach 8“ schafft der Landesdirektor eine direkte Konkurrenz zu den abendlichen Kulturveranstaltungen. Dies bedeutet in weiterer Folge, dass durch die geringeren Einschaltquoten (die vom ORF selbst verschuldet sind) genau dies zum Anlass genommen werden wird, das Kulturprogramm in einem weiteren Schritt ganz zu eliminieren: Der Personalabbau als vorbereitende Maßnahme deutet bereits darauf hin.
Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung fordert den Direktor des ORF Vorarlberg, Markus Klement auf, eine sofortige Rückprogrammierung des Kulturmagazins vom Sendeplatz 20 Uhr auf die bewährte Sendezeit Kultur nach 6 zu veranlassen und fordert ihn darüber hinaus auf, der besonderen Rolle der Kunst und Kultur in Vorarlberg auch in der Anzahl der Beschäftigten im Kunst- und Kulturbereich im ORF Vorarlberg und mit entsprechenden Beiträgen gerecht zu werden, anstatt auf Textfläche mit Hitparaden zu setzen. Die Kündigungen bzw. Nichtverlängerungen der Arbeitsverträge mit den genannten MitarbeiterInnen sind für null und nichtig zu erklären.
(11.10.2017)


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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung macht dringlichst auf Doğan Akhanlıs Situation aufmerksam und fordert die Freilassung und Rehabilitierung aller rein politisch Gefangenen in der Türkei:

Der deutsche Schriftsteller Doğan Akhanlı wurde am 19. August in der spanischen Stadt Granada festgenommen, weil die türkische Justiz ihn aus politischen Gründen verfolgt und eine Auslieferung verlangt. Er wurde zwar in der Zwischenzeit unter Auflagen freigelassen, muss allerdings in den nächsten vierzig Tagen in Spanien bleiben, und er muss sich solange wöchentlich bei der Polizei melden. 
Akhanlı setzt sich nicht nur für die Unteilbarkeit der Menschenrechte ein, sondern auch für die Aufarbeitung des Völkermords an den Armeniern.
In den Jahren 2010 und 2011 hatte die türkische Justiz bereits ein politisch motiviertes Verfahren gegen ihn angestrengt, an dessen Ende Akhanlı jedoch freigesprochen werden musste. Zuvor hatte er mehrere Monate in Untersuchungshaft verbracht. 2013 wurde der Freispruch zum Entsetzen von Prozessbeobachtern jedoch wieder aufgehoben. In der Türkei selbst werden seit Monaten zahlreiche Journalistinnen und Journalisten inhaftiert. 
Wir fordern die sofortige Rehabilitierung von Doğan Akhanlı durch die spanischen Behörden. Auf keinen Fall darf Spanien Doğan Akhanlı an das türkische Regime ausliefern. Die Europäische Union darf der politischen Verfolgung des autoritären Regimes in der Türkei nicht zuarbeiten.
Wir fordern zudem die Freilassung und Rehabilitierung aller rein politischen Gefangenen in der Türkei.
 
(20.08.2017)
 
Aktueller Stand, 25.08.2017: www.zeit.de/politik/deutschland/2017-08/dogan-akhanli-interpol-tuerkei-fahndung-red-notice

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung trauert um Hansjörg Zauner,

der am 30.06.2017 völlig überraschend nach Komplikationen nach einer Hüftoperation 57-jährig verstorben ist.

"Einer der wohl vielseitigsten und risikofreudigsten Wort- wie Bildkünstler, Hansjörg Zauner (Jg. 1959), gebürtiger Salzburger, ist am Freitag, dem 30. Juni, im Wiener Wilhelminenspital plötzlich und völlig unerwartet verstorben.
Der in seinen Collagen wie Wortkunstwerken und Filmen in Schnipseln und Textkaskaden an eine Tradition anschloß, die hierzulande noch immer viel zu wenig Beachtung erfährt, hat sich keineswegs gescheut, diese auf seine Art voranzutreiben, skurrilste Wortschöpfungen aneinanderzureihen, die Eingeweide der Sprache quasi offenzulegen, bis auf kleinste Einheiten zu skelettieren.
Immer wird gewiß der Name des Autors mit seinem "Jolly" verbunden bleiben mit dem er für manche neuere Literatur- wie Filmgeschichte schrieb."
Gerhard Jaschke

Das Begräbnis findet statt am Montag, 10.7., 15.00 Uhr, am Evangelischen Friedhof Obertraun, Friedhofgasse.

Nachruf von Ronald Pohl auf derstandard.at
Artikel auf diepresse.com
(01.07.2017)

 

Ein Abend für Hansjörg,
18. 7., 20 Uhr, Rhiz (U-Bahnbogen 37., 1080 Wien)

 

 

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung bekräftigt ihr Nein zur Aushebelung des Demonstrationsrechts!,

und schließt sich damit folgender Stellungnahme der IG Autorinnen Autoren an.

Wir verwehren uns gegen die Aufweichung eines Grundrechts der Bürger und Bürgerinnen Österreichs: Wir lehnen eine Einschränkung des Demonstrationsrechts, die nun ohne Begutachtungsverfahrung im Eilverfahren durch das Parlament gebracht werden soll, auf das Entschiedenste ab! 
 
Die Ausweitung der „Schutzzonen“ sowie die Verlängerung der Anmeldefrist für Demonstrationen auf 48 Stunden bietet Raum für erhebliche Einschränkungen eines teuer erkämpften und historisch gewachsenen demokratischen Grundrechts. Dies geschieht ohne Notwendigkeit und in Hast, es ist nicht nur demokratiepolitisch fragwürdig, sondern auch äußerst unklug in Zeiten, wo immer mehr Menschen sich von den Institutionen der liberalen Demokratien zu wenig vertreten fühlen. Die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten bieten Handhaben gegen jeden Missbrauch der Grund- und Freiheitsrechte genug. 
 
Auch in Deutschland und in der Schweiz und in anderen Ländern Europas wurde das Versammlungsrecht zuletzt auf eine harte Probe gestellt, niemand denkt aber deshalb in diesen Ländern an eine Einschränkung des Versammlungsrechts. Die Einschränkung der Grund- und Freiheitsrechte ist nach wie vor ausschließlich ein politisches Mittel autoritärer Regierungen.
 
Wir verwehren uns gegen eine Politik, die bereit ist, Meinungs-, Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit anzugreifen und die Legitimation der demokratiepolitischen Institutionen – also ihre eigene – auszuhöhlen.
(27.03.2017)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung ist empört über die Hetze der Kronenzeitung

gegen die Autorinnen Stefanie Sargnagel, Lydia Haider und Maria Hofer. Letztlich richtet sich dieser Angriff gegen Literatur schlechthin. Die Krone wird mit 190.718,20 Euro Steuergeld Vertriebsförderung unterstützt. Die GAV fordert deshalb, die Unterstützung für die Kronenzeitung zu streichen und stattdessen dieses Geld in literarische Medien zu investieren, damit die Republik Österreich auf diese Weise unmissverständlich darlegt, eine Kulturnation sein zu wollen.
(12.03.2017)

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Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung sagt Nein zu der geplanten Aushebelung des Demonstrationsrechts!,

und schließt sich damit der Stellungnahme der IG Autorinnen Autoren an.

Nein zu der geplanten Aushebelung der Rechte der Bürgerinnen und Bürger Österreichs: Wir lehnen eine Einschränkung des Demonstrationsrechts auf das Entschiedenste ab! Geschäftsinteressen können nicht vor den demokratischen Grundrechten auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit und freie Meinungsäußerung stehen. 

Nein zur Haftung für Demonstrationsverantwortliche, niemand kann stellvertretend für andere haften, außer bei Unmündigen und Entmündigung.
 
Der Begriff „Geschäftsinteressen“, der das Demonstrationsrecht ausstechen soll, ist so weit gefasst, dass einem Missbrauch und einer de-facto-Rücknahme der Demonstrationsfreiheit Tür und Tor geöffnet würden. Das ist nicht nur undemokratisch, sondern demokratiepolitisch äußerst unklug in Zeiten, wo immer mehr Menschen sich von den Institutionen der liberalen Demokratien zu wenig vertreten fühlen. 
 
Nein zum Überwachungsstaat, der unter schäbigen Vorwänden und mittels Ausnutzen von begründeten Zweifeln an gesellschaftspolitischen Entwicklungen ein Paket an Kontrollmaßnahmen und Verboten durchsetzen möchte.
 
Nein zu einer Politik, die Wirtschafts- und andere Lobbyinteressen über die unantastbaren Werte der Meinungs-, Versammlungs-, Presse- und Demonstrationsfreiheit zu stellen gewillt ist und die Legitimation der demokratiepolitischen Institutionen – also sich selbst – damit letztlich selbst aushöhlt.
 
Nein zu einer (Innen-)Politik, die demokratischen Grundrechten klar zuwiderläuft!
 
Gerhard Ruiss, Renate Welsh, Sylvia Treudl, O.P.Zier, Nils Jensen, Karin Ivancsics, Ludwig Laher, Gregor Fink, Hahnrei Wolf Käfer, Peter Paul Wiplinger, Manfred Chobot, Olga Flor
IG Autorinnen Autoren
 
Magdalena Knapp-Menzel, Geschäftsführerin, Petra Ganglbauer, Präsidentin
Grazer Autorinnen Autorenversammlung
 
Helmuth Niederle, Präsident, Doris Kloimstein, Generalsekretärin
Österreichischer PEN Club
(06.02.2017)

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Mit Entsetzen hört die GAV immer wieder von der Unterdrückung, der türkische Autoren und Autorinnen ausgesetzt sind.

Es ist bereits eine Kette an Verfolgungen, die seit Monaten jede Kritik in der Türkei einengt. Um so wichtiger ist es, die Solidarität mit den Schriftstellern und Schriftstellerinnen. Nun wurde am 29.12.2016 der prominente türkische Journalist und Buchautor Ahmet Şık von der türkischen Polizei festgenommen. "Ich werde festgenommen", so lautete sein letzter Tweet.

Mit rechtsstaatlichen Mitteln hat das Vorgehen der türkischen Behörden nichts zu tun. Wir verlangen die umgehende Freilassung von Ahmet Şık. Wir verlangen die umgehende Wiederherstellung der Grund- und Freiheitsrechte in der Türkei, allem voran der Kunst-, Wissenschafts- und Meinungsfreiheit.
(04.01.2017)