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bka Wien Kultur

TEXTE

Text von:
Brigitta Falkner

aus: TobrevierSCHreiverbot - Palindrome*

Eine Gehung**
»... Nun? Nisch, Rudi?«
»Durchaus!«
»Eidos ...«
»Nee: die Grosslage ...«
»Wesen...«
»Ego ...«
»Geschick ...«
(Echo)
»Leben! O genau! Ach ...«
»So Gesetztes.«
»Ego?«
»Wahrung.«
»Nun ...«
»Hä? Weg als nie-so.«
»Geh ...«
»Ei, Seins-Sorge ist Sinn ...«
»Ad rem ...«
»... mir immer dann ...«
»Ist sie gross?«
»Nie. Sieh ...«
»Ego?«
»Seins-Lage. Wähnung nur.«
»Ha! Wo ...«
»Gesetztes Ego.«
»Schau an! Ego? (Nebel) O check ich"s?«
»Ego-Genese. Weg als Sorge.«
»Ideen & so?«
»Dies auch, Rudi. Durch-Sinnung. Nu?«
»He! Genie ...«

* Palindrom [palin"dro:m], das; -s, -e (griech. palindromos = rückläufig]: Buchstaben- oder Wortfolge, die vor- und rückwärts gelesen denselben (Rentner) oder einen anderen Sinn (Leben / Nebel) ergibt.
** »...Das berühmte Foto von Digne Meller Marcovicz, das Augstein mit Heidegger den Berg hinaufwandernd zeigt, es ist vielen das Bildzitat deutscher intellektueller Verhältnisse nach 45 geworden. Der Berg ruft. Das Bild zeigt die Rückenansicht der beiden: Heidegger mit zerknautschter Jacke, Wanderstock und Rucksack. Daneben Rudolf Augstein im schwarzen Anzug und mit Aktentasche, Waldschrat und Großstädter. Es ist der 23. September 1966...«
(Frank Schirrmacher, Laudatio auf Rudolf Augstein, Der Spiegel, 21/2001)

Quelle: (aus: TobrevierSCHreiverbot, Palindrome. Ritter Verlag, 1996)