MITGLIEDER

Text von:
Alexander Micheuz

Der Mond (revisited)

Es war leise und still, als er den Mondboden betrat (das Ziel eingerichtet, die Feder gespannt, die Zündschnur (an)gezündet, hinaufgefedert, Rakete, Weltraummann), der ein Kraterboden war, mit einer Fahnenstange, an der kein Fähnchen mehr unruhig zappelte. Das Fähnchen war ein fliegender Teppichfetzen geworden und nahm ein Mondbodensteinsandkorn mit auf die zersetzende Reise ins große unendliche Weltall, das ein dunkles schwarzes Nichts war, aber auf die Erde konnte man sehn und auf alle anderen raketenleuchtenden Planeten und die Fixplaneten und die hellen Gestirne. Aber grundsätzlich war da nichts. Es war ruhig und still, als er am Mondboden auftrat und sich mit einer schwerelosen Hand auf die Helmstirn klopfte mit den überdimensionalen Handschuhen der Weltallakrobatik und durch die potenzierte Gewalt der Hirnstirnschläge ein, zwei hundert Meter zurückversetzt wurde. Ich bin so glücklich, dass ich am Mondboden aufgekommen bin zuletzt, dachte er. Totale Mondfinsternis, dachte er. Ich will mich gleich niederschmettern vor Freude. Die Probleme werden immer kleiner vom Mond aus betrachtet, dachte er und flüsterte er, die Probleme werden immer, und nahm den Helm ab, kleiner. 

(Er dachte die Banalität als bescheidenen Endreim/Die Rückbezüglichkeit: Du kannst halt auf den Mond, aber von dir selber kannst du halt nicht davon, und vom Ende. Ende.)

So sinnlos wie ich bin, so sinnlos kann jeder andre sein.

Die große Mondkraterseesteinrose, das einzige Blütenkonzept: Unendlichkeit sagte leise, leise, schlug mit den Flügeln: Ich umarme dich nicht. Aber von allen Dingen liebe ich dich am meisten.

Dann fiel er unendlich unglücklich um
Bumm

so wie immer